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Studierende warten auf die Energiepauschale

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Von: Anna Laura Müller

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200 Euro haben Bund und Länder den Studis versprochen.
200 Euro haben Bund und Länder den Studis versprochen. © dpa

Noch in diesem Winter soll die Einmalzahlung für Studierende kommen. Bisher gibt es aber noch keine Möglichkeit, das Geld zu beantragen. Es hapert an der Technik.

Bereits im September vergangenen Jahres wurde eine Energiepauschale für Studierende und Fachschüler:innen angekündigt. Vor vier Wochen wurde diese dann auch gesetzlich verankert. Bisher warten Berechtigte aber immer noch auf die Auszahlung. „An uns wurde mal wieder sehr spät gedacht“, kritisiert Jolina Weishäupl, Astavorsitzende an der Universiät Koblenz. Und auch Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks betont, dass Bund und Länder ein starkes Interesse daran haben müssten, dass einmal zugesicherte staatliche Hilfen sehr schnell bei den Empfänge:innen ankämen. „Die Zeit drängt“, so Anbuhl. Nachdem beispielsweise Arbeitnehmer:innen und Rentner:innen ihre Einmalzahlungen bereits erhalten haben, verzögert sich die Auszahlung an Studierende immer weiter.

Denn es gibt bisher noch immer keine Möglichkeit die Energiepauschale für Studierende zu beantragen. Anders als im Fall von Arbeitnehmer:innen, die ihre Einmalzahlung über ihre Lohnabrechnung erhalten haben, gibt es kein vergleichbares zentrales System über das die Zahlung für Studierende läuft. Zudem sind die Kontodaten der Berechtigten dem Bund, wie es beispielsweise bei Rentner:innen der Fall ist, nicht bekannt. Auch die Hochschulen haben keinen Zugriff auf die Kontodaten.

Eine Sprecherin des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) teilte bereits Anfang Januar auf FR-Anfrage mit, dass das BMBF gemeinsam mit den Ländern intensiv an der Erstellung einer zentralen Antragsplattform und an digitalen Strukturen vom Antrag bis zur Auszahlung arbeite. Die Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) betonte vergangene Woche gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), erneut, dass die Auszahlung schnellstmöglich erfolgen soll. „Noch in diesem Winter“, so die Bildungsministerin. Auf der Webseite des BMBF heißt es derweil in einem Video, das begleitend zu den aktuellen Informationen zur Einmalzahlung veröffentlich wurde: „200 Euro, die steigende Kosten abfedern. 200 Euro, die das Leben leichter machen. 200 Euro, die mehr Freiheit bringen.“

Energiepauschale für Studierende: Das Warten geht weiter

Dabei war die finanzielle Situation für viele Studierende auch schon vor Zeiten steigender Kosten angespannt. Das Statistische Bundesamt gibt an, dass 37,9 Prozent der Studierenden in Deutschland im Jahr 2021 armutsgefährdet waren. In der Gesamtbevölkerung waren es im selben Jahr 15,8 Prozent. Als armutsgefährdet gilt eine Person, wenn sie über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. 2021 lag die Grenze bei 1251 Euro monatlich.

Matthias Anbuhl weist auf die sowieso schon prekäre Situation von Studierenden hin: „Den Studierenden steht das Wasser bis zum Hals. Ihr Budget ist ohnehin auf Kante genäht, jetzt wissen viele nicht mehr, wie sie aufgrund der explodierenden Preise noch Mieten und Lebensmittel bezahlen sollen“. Er warnt davor, dass Studierende das Vertrauen in die Zusagen der Bundesregierung verlieren würden. Es müsse ein dickes Fragezeichen dahinter gesetzt werden, ob das Geld, wie versprochen, noch diesen Winter ausgezahlt werde.

Bei Jolina Weishäupl schwindet genau dieses Vertrauen. Die Studentin zeigt sich zunehmend skeptisch, ob die Auszahlung noch im versprochenen Zeitraum kommt. „Der Winter ist ja nicht mehr lang und für uns wäre es schon gut zu wissen, wann man damit rechnen kann.“ Sie kritisiert hierbei auch die ihrer Meinung nach unzureichende Kommunikation von Seiten der Politik. Vor allem für diejenigen, die nicht mehr zu Hause wohnen, sondern sich selbstständig um ihren Lebensunterhalt kümmern müssen, wäre die Lage schwierig, so Weishäupl. Sie höre aus der Studierendenschaft immer wieder von der Sorge aufgrund der steigenden Preise in finanzielle Not zu geraten. „Die 200 Euro sind da natürlich besser als nichts, aber die anfallenden Kosten werden allein dadurch nicht aufgefangen.“

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