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Rauchen kostet Frauen im Schnitt sieben Lebensjahre.

Tabak

Studie: Raucher sind billiger

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Rein finanziell betrachtet profitiert die Gesellschaft vom Rauchen - zu diesem Schluss kommen zwei Wissenschafter. Die Mehrausgaben wegen des Rauchens seien deutlich kleiner als die „Einsparungen“ durch verkürzte Leben.

Raucher sind bedauernswerte Zeitgenossen. Sie sind Gefangene ihrer Sucht, haben gelbe Zähne, sind häufiger krank und sterben früher. Zudem wird ihnen – untermauert durch zahlreiche Studien – immer wieder der Vorwurf gemacht, durch ihre ungesunde Lebensweise die Sozialsysteme zu schädigen. Aber stimmt das überhaupt? Zwei Wissenschaftler haben für Deutschland alle Be- und Entlastungen bestimmt und zusammengerechnet, die durch Raucher entstehen. Das Ergebnis: Rein finanziell betrachtet profitiere die Gesellschaft enorm vom Rauchen.

Ausgangspunkt der Untersuchung von Florian Steidl und Berthold Wigger vom Karlsruher Institut für Technologie war die Frage, ob die Tabaksteuer mit Einnahmen von rund 14 Milliarden Euro jährlich die Kosten, die durch Raucher entstehen, tatsächlich deckt. Ausgehend von dem Basisjahr 2011 bestimmten die Autoren die bis zum Tode aller Altersgruppen entstehenden Kostenunterschiede zwischen der rauchenden und der nichtrauchenden Bevölkerung.

Dabei errechneten sie, dass alle Raucher zusammen in ihren Leben in der Krankenversicherung um rund 65 Milliarden Euro höhere Ausgaben verursachen als die gesund lebenden Menschen. Berücksichtigt wurden die typischen Raucherkrankheiten wie Krebs-, Atemwegs- oder Herz-Kreislauferkrankungen. Beachtet wurde aber auch, dass die Raucher die Krankenversicherung entlasten, weil sie eine geringere Lebenserwartung haben.

Dazu addierten die Wissenschaftler die sogenannten nicht-medizinischen Kosten des Rauchens, die überwiegend in der gesetzlichen Rentenversicherung beziehungsweise der Beamtenversorgung entstehen. Dazu zählen insbesondere Renten wegen Erwerbsminderung oder Dienstunfähigkeit (bei Beamten). Sie summieren sich den Berechnungen zufolge auf rund 25 Milliarden Euro.

Männer verlieren fast zehn Jahre

Hinzu kommen weitere Mehrausgaben für die Witwenrente bei gesetzlich Versicherten und bei Beamten. Sie belaufen sich zusammen auf rund 67 Milliarden Euro. Zu einer deutlichen Entlastung kommt es hingegen durch die kürzere Lebenserwartung. So verlieren Männer durch starkes Rauchen (mehr als zehn Zigaretten pro Tag) fast zehn Lebensjahre, bei Frauen sind es etwa sieben Jahre. Dadurch spart die gesetzliche Rentenversicherung der Studie zufolge rund 158 Milliarden Euro. Für die Altersversorgung seiner Beamten gibt der Staat etwa 35 Milliarden Euro weniger aus.

Zusammengerechnet, so die Forscher, seien die Mehrausgaben wegen des Rauchens deutlich kleiner als die „Einsparungen“ durch den Effekt des kürzeren Lebens. Unterm Strich sparten Steuer- und Beitragszahler durch Raucher 36 Milliarden Euro – davon 32 Milliarden Euro durch rauchende Männer. Die Autoren versichern, ihre Studie unbeeinflusst von Interessen Dritter verfasst zu haben.

Rechnet man noch die Tabaksteuereinnahmen hinzu, wird der Unterschied zwischen Kosten und Mehreinnahmen noch deutlicher: Der Studie zufolge zahlen die 2011 lebenden Raucher bis zu ihrem Lebensende Tabaksteuer in Höhe von zusammen 376 Milliarden Euro. Mit einem Plus von insgesamt über 400 Milliarden Euro sind die Raucher für die Gesellschaft also ein gutes Geschäft. Das gilt wahrscheinlich auch dann noch, wenn die in der Studie nicht berücksichtigen Kosten hinzugerechnet werden: Mehrausgaben für das Passivrauchen, für die Müllbeseitigung oder für Brandschäden durch weggeworfene Kippen.

Die Tabaklobby dürfte diese Studie erfreuen.

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