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Sparkurs in der Finanzbranche - Jetzt holt der Trend auch den Finanzplatz Frankfurt ein

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Eine Decke aus Nebel und Dunst liegt über den Frankfurter Hochhäusern.
Die Anzahl der Stellen in Frankfurt sinkt. © Frank Rumpenhorst/dpa

Die Anzahl der Jobs in der Frankfurter Finanzbranche wird in den kommenden Jahren zurückgehen. Zu dieser Einschätzung kommt die Helaba in einer aktuellen Studie.

Frankfurt- Die Beschäftigung am Finanzplatz Frankfurt wird einer Studie der Helaba zufolge sinken. Ende 2023 rechnet sie mit insgesamt 63.500 Beschäftigten in den Bankentürmen der Mainmetropole. Das wären 2600 Jobs oder vier Prozent weniger als zur Jahresmitte 2021, hieß es in der am Dienstag veröffentlichen Studie der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). „Wir erwarten weiterhin für die kommenden Jahre eine sinkende Bankbeschäftigung in Frankfurt – allerdings in geringerem Ausmaß als bislang angenommen“, bilanzierte Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud.

Frankfurt: Zahl der Bankbeschäftigten stieg in den den vergangenen Jahren

Während die Bankbeschäftigung in Deutschland schon seit langem zurückgeht, zeigte sich in Frankfurt in den vergangenen Jahren eine entgegengesetzte Entwicklung. Zwischen 2014 und Sommer 2021 stieg die Zahl der Bankbeschäftigen* in der Finanzmetropole am Main nicht zuletzt dank des Zuzugs von Banken im Zuge des Brexits der Studie zufolge um acht Prozent.

Zudem war Frankfurt schlichtweg weniger von dem sich in der Fläche Deutschlands vollziehenden Filialabbau betroffen. Doch nun dreht sich der Trend um: Die massiven Stellenstreichungen* der Platzhirsche Deutsche Bank und Commerzbank gehen auch an den Konzernzentralen in Frankfurt nicht spurlos vorbei.

Trotz Corona-Krise: Physische Standorte weiterhin wichtig

„Physische Finanzstandorte werden auch in Zukunft wichtig sein“, erläuterte Studienautorin Ulrike Bischoff. Trotz Corona-Krise und dem Trend zum Homeoffice rechnet die Helaba-Studie nur mit einem moderat sinkenden Büroflächenbedarf - ein Prozess, der sich über viele Jahre erstrecken werde. Zwar schaffe das verstärkte Arbeiten im Homeoffice Möglichkeiten für Einsparungen, andererseits würden die Abstände zwischen den Arbeitsplätzen aufgrund der Erfahrungen mit Corona vermutlich größer. Zudem sähen veränderte Raumkonzepte mehr gemeinsam genutzte Flächen für Kommunikation vor.

Viele Institute basteln derzeit an neuen Arbeitsmodellen, bei denen die Beschäftigten auch nach der Pandemie große Anteile im Homeoffice arbeiten. „Als Ideal des hybriden Arbeitsmodells gelten derzeit zwei bis drei Tage remote pro Woche“, heißt es in der Studie. (rtr) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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