Wohnungen

Studentenwerk fordert Milliarden

  • schließen

Der starke Anstieg der Mieten trifft auch Studierende. Die 57 regionalen Studierendenwerke verlangen deshalb massive Investitionen in den Neubau von Wohnheimen.

Das Deutsche Studentenwerk fordert 3,4 Milliarden Euro von Bund und Ländern für den Ausbau und die Modernisierung von Studentenwohnheimen und Mensen. Das ist ein zentraler Beschluss, den die 57 regionalen Studenten- und Studierendenwerke auf ihrer Jahresversammlung in Berlin am Dienstag gefasst haben, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erfuhr.

Rolf-Dieter Postlep, der Präsident des Deutschen Studentenwerks, verwies auf hohe Studentenzahlen, die aus seiner Sicht einen Hochschulsozialpakt von Bund und Ländern erforderlich machen. „Die Politik muss sich endlich bewegen. Eine gemeinsame Bund-Länder-Anstrengung ist wichtiger denn je“, sagte Postlep dem RND.

Von den 3,4 Milliarden Euro, die in den kommenden Jahren nach Auffassung des Studentenwerks fließen sollten, soll mehr als die Hälfte in den Neubau und die Sanierung von Studentenwohnheimen investiert werden. Hier veranschlagt das Studentenwerk 1,8 Milliarden Euro, von denen eine Milliarde Euro für die Sanierung und 800 Millionen Euro für den Neubau aufgewendet werden sollen.

Im vergangenen Wintersemester waren rund 2,8 Millionen Menschen eingeschrieben. „Bezahlbaren Wohnraum für Studierende zu erhalten und zu schaffen, das ist eine gesamtstaatliche Aufgabe“, sagte Postlep. „Das müsste spätestens im Jahr 2019 allen klar sein.“ Jeder neu geschaffene Wohnheimplatz entlastet die Wohnungsmärkte in den Städten. „Davon profitieren alle“, sagte der Präsident des Studentenwerks.

Dass der Mietpreisboom auch Studenten trifft, zeigt der Studentenwohnpreisindex im Auftrag des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Demnach sind vor allem die Mieten für Studierende in Berlin seit 2010 mit einem Plus von 67,3 Prozent überdurchschnittlich stark gestiegen, wie die Untersuchung ergab, die im Oktober 2018 veröffentlicht wurde. Doch auch anderswo legten die Mieten zu. In Greifwald etwa mussten Studenten real fast zehn Prozent mehr zahlen als in 2010.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare