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Eine neue Studie zeigt, dass Batterie-Pkw alle anderen Antriebe abhängen.

Elektromobilität

Stromer besser als ihr Ruf

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Wie steht es um die Klimabilanz von E-Autos? Eine neue Studie zeigt, dass Batterie-Pkw alle anderen Antriebe abhängen. Die Analyse.

Umsteigen auf ein Elektroauto oder nicht? Diese Frage stellen sich viele Zeitgenossen. Viele Erwägungen spielen da eine Rolle. Der noch hohe Kaufpreis, die Reichweite, die langen Ladezeiten, der Zugang zu Stromtankstellen, aber natürlich auch, ob E-Autos überhaupt klima- und umweltfreundlicher sind als herkömmliche Benziner oder Diesel. Eine neue Untersuchung zeigt nun: Pkw mit reinem Batterie-Elektroantrieb sind in der Tat klimaverträglicher als alle anderen Antriebsformen.

Der renommierte Berliner Thinktank Agora Verkehrswende hat für die Studie die Emissionen der verschiedenen Technologien über den kompletten Produktzyklus mit einander vergleichen lassen – also vom der Produktion über die Nutzungsphase bis zum Verschrotten und Recycling des Fahrzeugs. Zugrunde gelegt wurde dabei der aktuelle deutsche Strommix, der noch zu über 40 Prozent mit Kohle und Erdgas erzeugt wird. Allerdings wurde auch berücksichtigt, dass der Ökostrom-Anteil bis 2030 von derzeit rund 42 auf 65 Prozent ansteigen soll, was das Fahren der E-Autos automatisch immer klimafreundlicher macht.

Das Batterieauto hängt bei diesen Rahmenbedingungen auch den sparsamsten Verbrenner, den Diesel, ab. Nach 150 00 Kilometern Laufleistung sind seine Gesamtemissionen um 16 Prozent niedriger, wie das Heidelberger Ifeu-Institut für Agora errechnet hat. Schon deutlich schlechter in der CO2-Bilanz fährt das Brennstoffzellen-Auto, das mit per Elektrolyse gewonnenem Wasserstoff läuft und dann für 75 Prozent mehr Emissionen verantwortlich ist als ein Batterieauto. Der Betrieb eines Diesel-Pkw mit synthetischem Kraftstoff, der ebenfalls mit Strom produziert wurde, verursacht sogar dreimal soviel CO2; die Umwandlung schluckt nämlich viel Elektrizität. Diese beiden Alternativantriebe schneiden also sogar schlechter ab als klassische Benziner und Diesel.

Für den Agora-Thinktank ist klar: Zur Umstellung auf E-Mobilität mit Batterieautos und Stromtankstellen gibt es derzeit keine Alternative. Für diese Ansicht spricht, dass die Produktion der Batteriezellen in Zukunft deutlich klimafreundlicher werden dürfte, die einen großen Einfluss auf die CO2-Gesamtbilanz der E-Autos hat. Das zeigt eine neue Untersuchung schwedischer Experten, die 2017 mit einer Studie zur Batterieherstellung die Debatte über die wenig positive Klimawirkung der E-Autos losgetreten hatten. Bereits in den zwei zurückliegenden Jahren hat sich der CO2-„Fußabdruck“ der Lithium-Ionen-Batterien laut dem Stockholmer Umweltforschungsinstitut IVL mehr als halbiert. Gründe dafür: Die Fabriken seien inzwischen größer, effizienter, besser ausgelastet und es werde mehr Ökostrom in der Produktion eingesetzt.

Trotzdem spricht Einiges dafür, die Option Ökosprit weiter zu verfolgen. Dessen Klimabilanz fällt deutlich besser aus, wenn er zukünftig mit 100 Prozent Ökostrom in Ländern mit billiger, üppig verfügbarer Solar- oder Windenergie produziert wird – etwa in Nordafrika oder im Nahen Osten. Der Import dieser Kraftstoffe wird ohnehin als Lösung für den Flug- und Schiffsverkehr diskutiert, wo der Batterieantrieb auf absehbare Zeit keine Lösung darstellt. Denkbar, dass sie, zum Beispiel als Beimischung zum normalen Spri, auch Verbrenner-Pkw, die möglicherweise noch zwei Jahrzehnte auf den Straße sein werden, klimafreundlicher machen können.

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