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Strom- und Gaspreise steigen: Wann lohnt sich der Wechsel in die Grundversorgung?

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Von: Jan Oeftger

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Die Strom- und Gaspreise steigen. Ein Wechsel zum Grundversorger kann zur finanziellen Entlastung führen – jedoch nicht immer.

Frankfurt – Durch die gegen Russland verhängten Sanktionen sind die Gas- und Strompreise infolge der Energiekrise erheblich gestiegen. Diese Preisexplosionen betreffen die Grundversorger weniger als andere Anbieter. Aus diesem Grund denken viele jetzt darüber nach, zu einem Grundversorger zu wechseln, der eigentlich immer als teurere Alternative galt.

Als Grundversorger wird derjenige Anbieter bezeichnet, der im eigenen Netzgebiet die meisten Strom- und Gaskunden zählt. In Frankfurt und weiten Teilen des Rhein-Main-Gebiets ist das die Mainova AG. Einen Grundversorgungstarif eines anderen Grundversorgungsgebiets kann man nicht abschließen. Somit steht jedem nur ein Grundversorger zur Wahl.

Das sollte man bei einem Wechsel zum Grundversorger achten

Grundversorger bieten keine Preisgarantien

Sollte man zum Grundversorger wechseln, lohnt es sich aber, vorher genau hinzuschauen. „Das kann die Rettung sein, muss es aber nicht“, weiß Hans Weinreuter, Energieexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, wie er gegenüber der Welt sagte. Auch bei den Grundversorgern könnten die Preise jetzt weiter steigen, ist sich der Experte sicher. „Das Risiko, dass auch in der Grundversorgung die Preise im Winter weiter steigen, zumal jetzt alle hineindrängen, ist definitiv gegeben.“ Zudem gebe es beim Grundversorger keine Preisgarantien.

Ein Gaszähler hängt im Keller eines Einfamilienhauses.
Ein Gaszähler hängt im Keller eines Einfamilienhauses. © Jan Woitas/dpa

Ein weiterer Grund dafür, genau abzuwägen, bevor man sich für einen Wechsel zum Grundversorger entscheidet, ist die Ersatzversorgung. In diese könnte man rutschen, wenn man neu zum Grundversorger wechselt. Laut stromauskunft.de passierte dies unter anderem einigen Kunden der Stadtwerke Bremen. In der Ersatzversorgung mussten sie mehr als dreimal so viel bezahlen, wie andere Kunden der Grundversorger. Dies ist erst seit einer Anpassung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) im Sommer 2022 möglich. Sind die Beschaffungskosten für die kurzfristige Versorgung teurer, darf die Ersatzversorgung mehr kosten.

Grundsätzlich sind zurzeit in den meisten Fällen die Tarife bei den Grundversorgern günstiger als bei anderen Anbietern. Laut finanztip.de kostet die Kilowattstunde beim Grundversorger 30 bis 40 Cent, während andere Anbieter über 60 Cent bis über einen Euro für eine Kilowattstunde fordern. Um Verbraucherinnen und Verbraucher zu entlasten, könnte bald ein Gaspreisdeckel kommen. (Jan Oeftger)

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