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Warum Sie jetzt unbedingt Ihren Stromzähler ablesen sollten

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Ab dem 1. Juli wird der Strom günstiger: Die EEG-Umlage fällt weg. Was das für Verbraucher:innen bedeutet und wer seinen Stromzähler heute noch ablesen sollte.

Frankfurt – Die Bundesregierung spricht von einer „erheblichen Entlastung“: Ab dem morgigen Freitag (1. Juli) fällt die EEG-Umlage – auch Ökostrom-Umlage genannt – weg. Bislang wurde dadurch der Ökostrom gefördert. Was vorher von Verbraucherinnen und Verbrauchern gezahlt wurde, wird nun durch das Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) des Bundes aufgefangen. Aber kommt die Entlastung wirklich an? Und müssen die Stromzähler vorher noch abgelesen werden?

Ursprünglich war die Abschaffung der EEG-Umlage als Teil der Entlastungspakete der Bundesregierung erst für Januar 2023 geplant. Angesichts der enorm steigenden Energiepreise wurde aber am 28. April dieses Jahres beschlossen, die EEG-Umlage bereits zum 1. Juli auslaufen zu lassen – am 28. Mai trat das Gesetz in Kraft.

Hohe Strompreise: Der Wegfall der EEG-Umlage soll Verbraucherinnen und Verbraucher entlasten

Nachdem die Umlage für Ökostrom im Januar bereits von 6,5 Cent pro Kilowattstunde (kWh) auf 3,72 Cent pro kWh gesenkt wurde, fällt sie nun komplett weg. Laut Informationen des Handelsblatts bedeutet das für einen Haushalt mit einem Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden eine Ersparnis von 154 Euro im Jahr – im zweiten Halbjahr von 2022 sparen jene Haushalte somit 77 Euro.

Der Stecker einer Mehrfachsteckleiste liegt auf Euro-Geldscheinen und Münzen.
Der Wegfall der EEG-Umlage soll bei den aktuell hohen Strompreisen Entlastung bringen. © Jens Büttner/dpa

Zwar ist im „Gesetz zur Absenkung der Kostenbelastung durch die EEG-Umlage und zur Weitergabe dieser Abgabe an die Letztverbraucher“ geregelt, dass die Senkung direkt bei den Verbraucher:innen ankommt und auch, dass Stromanbieter ihre Preise nicht im gleichen Atemzug erhöhen dürfen – angesichts der stark steigenden Energiepreise ist es laut Handelsblatt jedoch fraglich, inwiefern Verbraucherinnen und Verbraucher nun wirklich sparen.

Außerdem macht sich die Ersparnis übrigens nicht sofort auf dem Konto beziehungsweise bei den monatlichen Abschlägen bemerkbar, sondern ist erst bei der nächsten Jahresabrechnung zu sehen.

EEG-Umlage erlassen: Heute noch den Stromzähler ablesen

Verbraucherinnen und Verbraucher, die mit Strom heizen – also über eine Wärmepumpe oder eine Nachtstromspeicherheizung –, sollten zum 30. Juni aktiv werden und ihre Zähler ablesen. Der Grund: Dadurch, dass im Winter mehr Heizstrom verbraucht wird als im Sommer, verteilt sich der Stromverbrauch ungleichmäßig über das Jahr. Der Anbieter schätzt dann den Stromverbrauch anhand der Daten aus dem Vorjahr. Da sich die Verbrauchsgewohnheiten aber witterungsbedingt ändern können, kann eine ungefähre Schätzung laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ungenau sein.

Damit kein bares Geld verschenkt wird, sollte die Zählerstände noch abgelesen und dem Stromanbieter mitgeteilt werden. Bei Haushalten, die nicht mit Strom heizen, ist das nicht nötig – dort verteilt sich der Strom gleichmäßiger über das Jahr.

Nicht nur um zusätzlich Geld zu sparen, auch um in den Zeiten von Ukraine-Konflikt und eingeschränkten Gas-Lieferungen aus Russland über den Winter zu kommen, ist es wichtig den Energieverbrauch zu senken. Auch Energieminister Robert Habeck ruft dazu auf. Zum Energiesparen gibt es einige Tipps. (Lea-Sophie Mollus)

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