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Pro Bahn fürchtet Streit unter Reisenden

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Von: Alisha Mendgen

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Viele Menschen freuen sich auf das Ticket. Auf Sylt, dem Ziel dieser Bahn, ist das möglicherweise nicht durchweg der Fall.
Viele Menschen freuen sich auf das Ticket. Auf Sylt, dem Ziel dieser Bahn, ist das möglicherweise nicht durchweg der Fall. © Daniel Bockwoldt/dpa

Der Fahrgastverband Pro Bahn erwartet volle Busse und Züge und warnt davor, Rollstuhlfahrer zu benachteiligen.

Zum ersten Wochenende des Neun-Euro-Tickets hat der Fahrgastverband Pro Bahn angemahnt, Rollstuhlfahrer:innen auch bei vollen Zügen nicht zu benachteiligen. „Wichtig ist, dass an Tagen mit vollen Zügen die Barrierefreiheit geachtet wird. Das ist die soziale Verantwortung aller Reisenden“, sagte Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Es darf nicht sein, dass Rollstuhlfahrer am Wochenende nicht in die Züge kommen, weil zu viele Menschen damit fahren und beispielsweise ihre Fahrräder dabeihaben.“

Während des Gültigkeitszeitraums des Neun-Euro-Tickets und bestenfalls auch langfristig müssten die Bahn und Verkehrsverbünde dafür sorgen, „dass Rollstuhl- und Fahrradplätze im Nahverkehr getrennt sind“, forderte Naumann. „In manchen Bahnen sind sie schon getrennt, dort hat man sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Man dürfe nicht vergessen, dass Rollstuhlfahrer:innen auch Zugang zur behindertengerechten Toilette benötigten. „Diese Abteile sollten vor allem für Rollstuhlfahrer reserviert sein.“

Für Räder wird es eng

Naumann rechnet am Wochenende vor allem in Richtung der Freizeitziele mit belasteten Strecken. „Es wird Züge geben, die am Wochenende sehr, sehr voll werden“, sagte er im Hinblick auf Orte an der Nord- und Ostsee sowie Regionen am Bodensee. „Vor allem die Strecken mit nur einem Ziel werden stark belastet sein, weil sich die Reisenden nicht verteilen.“

Es müsse allen Reisenden klar sein, dass die Mitnahme des Fahrrads nicht garantiert sei. „Wenn die Züge rammelvoll sind, dann müssen die Fahrradfahrer aussteigen“, unterstrich Naumann und verlangte weiter: „Seitens der Verkehrsverbünde ist eine bessere Kommunikation nötig, auf welchen Strecken die Fahrradmitnahme kostenfrei ist und auf welchen nicht. Die Regeln sind für viele Reisende nicht verständlich – das muss verbessert werden.“

Die Verkehrsunternehmen befürchten wegen der vollen Züge eine angespannte Stimmung unter den Reisenden und Fahrgästen. Wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen kürzlich dem RND sagte, werde man Fahrgäste jedoch auf die verschiedenen Zug- und Busangebote sowie innerhalb der Fahrzeuge verteilen. Zudem wolle man alle vorhandenen Reservezüge- und -busse nutzen.

Das Neun-Euro-Ticket ermöglicht in ganz Deutschland jeweils einen Monat lang die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs.

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