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Wer hebt mit Alitalia ab?

Italien

Streikwelle bei Alitalia

Ein Bummelstreik bei Alitalia führt seit Tagen zu Verspätungen bei Flügen. Nun roht die Regierung den Piloten und Flugbegleitern. Von Dominik Straub

Von DOMINIK STRAUB

Rom. Ein Bummelstreik bei Alitalia führt seit einigen Tagen zu Verspätungen bei Flügen. Die fünf Fachgewerkschaften der Piloten und Flugbegleiter kämpfen gegen die Investorengruppe CAI (Compagnia Aerea Italiana), welche die insolvente Alitalia übernehmen und in abgespeckter Form weiterführen will. Die großen Gewerkschaftsverbände hingegen haben dem neuen Modell für einen Gesamtarbeitsvertrag zugestimmt.

Der Widerstand gegen die neuen Anstellungsbedingungen hatte bereits Ende Oktober CAI-Chef Roberto Colaninno dazu gebracht, die Übernahmeofferte zurückzuziehen. Erst als die Regierung eingriff, legte er sein Angebot wieder auf den Tisch und erklärte, die "neue Alitalia" könne sehr gut mit dem Personal starten, das "mitmacht".

Die Drohung hat die unzufriedenen Piloten und Flugbegleiter nicht beeindruckt. Sie haben am Wochenende beschlossen, bis zum kommenden Mai an insgesamt 15 Arbeitstagen komplett zu streiken, beginnend am 25. November. Transportminister Altero Matteoli bezeichnete die angekündigte Streikwelle als "Kriegserklärung" und "Erpressung".

Die Regierung will Alitalia erhalten und befürwortet den Deal mit der CAI. Im April zahlte die Regierung deshalb 300 Millionen Euro an die Fluglinie, um sie vor dem Konkurs zu retten. Am Mittwoch entscheidet Brüssel, ob der Kredit als unerlaubte Staatshilfe zurückgezahlt werden muss.

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