Ryanair

Streikt weiter, richtig so

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Fluggäste mögen sich aufregen über die Verspätungen oder ausgefallene Flüge bei Ryanair. Doch tatsächlich ist der Ausstand der Mitarbeiter vollkommen angemessen.

Für die Kundschaft sind die Streiks bei Ryanair zweifellos ein Ärgernis. Man darf fluchen über Flugausfälle, Verspätungen, Unannehmlichkeiten. Die Beschäftigten der irischen Billiglinie aber haben nicht Unmut verdient, sondern Ermutigung. Denn es geht ihnen nicht allein ums Geld, sondern – ganz unpathetisch – um Respekt, um Fairness, um gute Arbeit. Ihr Streik richtet sich gegen Scheinselbstständigkeit ohne soziale Absicherung, gegen kaum vorhersehbare Einsatzzeiten und ständige Verfügbarkeit, gegen die Missachtung von Betriebsräten und Gewerkschaften, gegen Willkür nach Gutsherrenart. Und – natürlich – auch gegen die Niedriglöhne bei Ryanair.

Bisher hat Ryanair-Chef O’Leary die Forderungen der Piloten und des Begleitpersonals brüsk zurückweisen lassen – und daran wird er festhalten, solange es geht. Schließlich steht sein Geschäftsmodell zur Disposition: Die mittlerweile zweitgrößte europäische Fluglinie verdankt ihren Erfolg einzig den absoluten Niedrigpreisen, für die sie Passagiere komfortfrei von A nach B transportiert. Möglich aber werden die Dumpingpreise erst durch Dumpinglöhne.

Bei Teilen der Kundschaft mag es für Verdruss sorgen, falls der Hin- und Rückflug nach Mallorca künftig ein paar Euro mehr kostet. Aber gerade im Dienstleistungsbereich sind faire Löhne und tiefste Preise kaum miteinander vereinbar. Wer gute Arbeit will, sollte auch für sie zu zahlen bereit sein. Deshalb: weiterstreiken, viel Erfolg.

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