Am Freitag hatte die Kabinengewerkschaft Ufo die Flugbegleiter von Germanwings zu einem dreitägigen Streik ab Montag (30. Dezember) aufgerufen. Der Ausstand soll bis einschließlich Neujahr dauern.
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Am Freitag hatte die Kabinengewerkschaft Ufo die Flugbegleiter von Germanwings zu einem dreitägigen Streik ab Montag (30. Dezember) aufgerufen. Der Ausstand soll bis einschließlich Neujahr dauern.

Flugbegleiter-Streik

Germanwings: Streik der Flugbegleiter hat begonnen - Ufo verteidigt Ausstand

Um Mitternacht sind Flugbegleiter der Lufthansa-Tochter Germanwings in den Streik getreten. Geplant ist ein dreitägiger Ausstand.

  • Lufthansa-Tochter Germanwings streikt
  • Betroffen sind mehrere deutsche Flughäfen
  • Etwa 180 Flüge betroffen 

Update, Montag, 30.12.2019, 08.45 Uhr: Trotz des Streiks bei der Lufthansa-Tochter Germanwings geht die Airline von einem geregelten Flugbetrieb aus. Viele Fluggäste seien auf andere Flüge umgebucht worden, sagte Eurowings-Sprecher Matthias Eberle am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Er spricht auch für Germanwings, da sie ihre Flüge für Eurowings durchführt. Von rund 1200 Eurowings-Flügen fänden in den drei Streiktagen von Montag bis Mittwoch mehr als 1000 statt.

Vorwürfe an die Gewerkschaft Ufo

Eberle wirft der Gewerkschaft Ufo, die die Germanwings-Flugbegleiter am Freitag zu dem Ausstand aufgerufen hatte, vor, dass es ihr nicht mehr um Inhalte gehe. Die Arbeitgeberseite sei der Ufo am Samstag weit entgegenkommen, sagte Eberle. Germanwings hatte ihren Beschäftigten die Teilzeitregelungen der Lufthansa angeboten - das Thema war der offizielle Streikgrund. Ufo lehnte aber ab, weil sie eigene Tarifregelungen zur Teilzeit will.

„Der Teilzeitvertrag der Lufthansa ist nachweislich der beste, den es in der Industrie gibt“, sagte Eberle am frühen Montagmorgen. Dass die Gewerkschaft ihn ablehnt, zeigt aus Eberles Sicht, dass es nicht mehr um sachliche Themen gehe, „sondern um andere Themen, auch um persönliche Themen.“

Erstmeldung:

In der Nacht zum Montag hat der dreitägige Streik der Germanwings-Flugbegleiter an mehreren deutschen Flughäfen begonnen. Das bestätigte der Sprecher der Kabinengewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, der Deutschen Presse-Agentur. Infolge des Ausstands, der bis einschließlich Neujahr dauern soll, fallen bundesweit rund 180 Flüge aus, wie aus einer Übersicht auf der Internetseite von Eurowings hervorgeht, die das Unternehmen laufend aktualisiert. Germanwings führt ihre Flüge für Eurowings aus.

Die Lufthansa-Tochter Germanwings ist laut Konzernangaben noch mit 30 Flugzeugen und 1400 Mitarbeitern - davon 800 in der Kabine - für die Nachfolgemarke Eurowings unterwegs, soll aber perspektivisch mit dem Eurowings-Flugbetrieb verschmolzen werden. Einen eigenen Markenauftritt gibt es nicht mehr.

Etwa 200 Flüge fallen aus

Der Streik bei Germanwings führe im gesamten Eurowings-Flugplan zu rund 15 Prozent Flugausfällen, sagte eine Unternehmenssprecherin der Deutschen Presse-Agentur. „Von geplanten 1200 Flügen im Streikzeitraum werden über 1000 durchgeführt.“

Bei den Stornierungen handelt es sich vor allem um innerdeutsche Verbindungen, aber auch einige Flüge nach Österreich und in die Schweiz wurden gecancelt. Vor allem die Flughäfen Köln-Bonn, München, Hamburg und Berlin-Tegel sind betroffen.

Ufo kündigt längeren Streik an

Nach gescheiterten Vorgesprächen zu einer Schlichtung hatte die Ufo am Freitag die Flugbegleiter von Germanwings zum Streik aufgerufen. Übers Wochenende sparten Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite nicht mit gegenseitigen Vorwürfen. Auch ein Einlenken der Germanwings am Samstag führte nicht zu einer Absage des Streiks.

„Ganz im Gegenteil fürchten wir, bei der Kommunikation des Managements, dass drei Tage noch lange nicht genug sein werden“, warnte Ufo in einem Schreiben an ihre Mitglieder, das der dpa vorliegt.

Gewerkschaft droht

Die Kabinengewerkschaft hat am ersten Streiktag ihre Drohung bekräftigt, den dreitägigen Ausstand bei Germanwings auszudehnen. „Wir können das kurzfristig verlängern“, sagte Ufo-Vize Daniel Flohr am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Wir wollen das nicht“, ergänzte er zwar, aber wenn die Gewerkschaft am Ende der drei Tage glaube, „dass es mehr davon braucht“, werde sie zu weiteren Streiks aufrufen.

Die Lufthansa-Tochter Germanwings kritisiert die Streiks, bei denen es offiziell um eine Regelung zur Teilzeit geht, als unangemessen.

„Die Kritik ist natürlich immer da, wenn wir streiken. Aber in diesem Fall ist sie inhaltlich nicht berechtigt“, sagte Flohr. Auch ein Einlenken der Germanwings am Samstag führte nicht zu einer Absage des Streiks. Laut Ufo habe es sich dabei nur um ein scheinbares Entgegenkommen gehandelt: „Das ist nicht das, was wir gefordert haben“, sagte Flohr.

In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren im November rund 1500 Flüge mit rund 200 000 betroffenen Passagieren ausgefallen. Offizieller Streikgrund ist ein Streit der Gewerkschaft mit der Arbeitgeberseite um Regelungen zur Teilzeit. (dpa)

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