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Fil Filipov, der Eigentümer der Atlas Maschinen GmbH, nennt sich selbst  „eine Art wohlwollender Diktator“.
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Fil Filipov, der Eigentümer der Atlas Maschinen GmbH, nennt sich selbst „eine Art wohlwollender Diktator“.

Atlas Maschinen GmbH

Streik beendet

  • VonEckhard Stengel
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Ein aufsehenerregender Streik beim Delmenhorster Bagger- und Kranhersteller Atlas Maschinen GmbH ist am Montagnachmittag nach fünfeinhalb Wochen zu Ende gegangen.

Bei einer Urabstimmung billigten 97 Prozent der teilnehmenden Gewerkschaftsmitglieder einen Kompromiss, den die Firma mit dem Gesamtbetriebsrat ausgehandelt hatte und der auch von der IG Metall mitgetragen wird.

Demnach können die 680 Beschäftigten auch künftig zu den Bedingungen arbeiten, die vor der Übernahme des Unternehmens durch den umstrittenen Sanierer Fil Filipov im Frühjahr galten. Einen Haustarifvertrag konnte die Gewerkschaft allerdings nicht durchsetzen. Filipov, der sich selbst als „eine Art wohlwollender Diktator“ bezeichnete, hatte erklärt, er wolle sich lieber von seiner Frau erschießen lassen, als den IG-Metall-Vertragsentwurf zu unterzeichnen.

Nach dem jetzt gebilligten Kompromiss gibt die Firma eine „Gesamtzusage“. Demnach sind die Arbeitsbedingungen, wie der Vorbesitzer Terex sie in einem Haustarifvertrag mit der IG Metall vereinbart hatte, weiterhin Bestandteil der einzelnen Arbeitsverträge - auch unter Filipov. Der Betriebsrat dürfe die Einhaltung dieser Zusage überwachen, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Damit sei eine „kollektive Regelung“ erreicht worden, während Filipov zunächst nur individuelle Zusagen geben wollte.

Neben den örtlichen Bürgermeistern der drei Atlas-Standorte in Delmenhorst, Ganderkesee und Vechta hatte sich sogar SPD-Chef Sigmar Gabriel für eine Lösung eingesetzt und dem Firmenchef vorgeworfen, er wolle „Wildwest spielen“.

Die Streikenden hatten teilweise Werkstore blockiert. Die Firmenleitung ließ daraufhin Bauteile per Hubschrauber transportieren. Zudem überwachte sie Streikposten per Video, bis der niedersächsische Datenschützer dies untersagte. Zu dem vereinbarten Kompromiss zählt auch die Rücknahme von Kündigungen und wechselseitigen Strafanträgen sowie eine Lohnerhöhung zum Mai 2011 um 2,7 Prozent.

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