Sorge um Süßes

Strafzölle auf Kekse und Waffeln - Jobverluste in Branche möglich

Die Keks- und Waffelbranche befürchtet Auswirkungen durch die Strafzölle der USA. Auch in Deutschland könnten Beschäftigte ihren Job verlieren.

Bonn - Die Keks- und Waffelbranche befürchtet Jobverluste wegen der Strafzölle auf Exporte in die USA. "Diese Strafzölle gefährden im höchsten Maße das jahrelange Engagement der deutschen Hersteller von feinen Backwaren in den USA. Aber auch in Deutschland kann dies zu erheblichen Auswirkungen führen, wie etwa dem Abbau von Arbeitsplätzen", teilte Andreas Nickening vom in Bonn sitzendenden Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie am Dienstag mit. Das US-Geschäft sei für viele Unternehmen wichtig für die Auslastung der Produktionsstätten.

Seit Oktober sind gesüßte Kekse und Waffelprodukte aus Deutschland bei Exporten in die USA mit einem Zoll von 25 Prozent belegt. Zwischen Verhängung des Zolls und Anfang April 2020 ist der Außenhandelsumsatz für dieses Gebäck im Vergleich zum Vorjahreszeitraum laut Verband um rund ein Fünftel gesunken. "Für den weiteren Jahresverlauf 2020 werden noch deutlich größere Rückgänge bis hin zum kompletten Wegfall des US-Geschäfts bei einzelnen Unternehmen erwartet", hieß es. Die Branche hoffe auf eine schnelle Einigung. "Es darf nicht sein, dass Familienunternehmen aus der Süßwarenindustrie hier die Fehler einer WTO (Welthandelsorganisation)-widrigen Subventionspolitik in der Großindustrie ausbaden müssen", sagte Nickening.

Im Handelsstreit mit der EU hatten die USA nach Industrieprodukten wie Stahl auch europäische Lebensmittel mit Strafabgaben belegt. Auch bestimmte Backwaren sind betroffen. Amerika sieht den Schritt als Vergeltung für rechtswidrige EU-Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus, den Hauptrivalen des US-Herstellers Boeing. (dpa)

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