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Der Frosch muss Farbe lassen: Bei ihren Untersuchungen kratzten die Tester Lack ab und prüften ihn auf Schadstoffe.
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Der Frosch muss Farbe lassen: Bei ihren Untersuchungen kratzten die Tester Lack ab und prüften ihn auf Schadstoffe.

Stiftung Warentest

Stiftung Warentest warnt vor Holzspielzeug

Wer lieber Holz- als Plastikspielzeug für seine Kinder kauft, weil es vermeintlich sicherer ist, der ist auf dem Holzweg: Stiftung Warentest hat 30 Holzspielzeuge getestet, von denen mehr als die Hälfte nur die Note ausreichend oder mangelhaft erhält. So manches Spielzeug enthält sogar giftige Stoffe.

Von Kathy Stolzenbach

Holzspielsachen für Kleinkinder sind häufig gefährlich und schadstoffbelastet. Jedes zweite von der Stiftung Warentest analysierte Holzspielzeug für Kinder unter drei Jahren enthält gefährliche Stoffe oder es lösen sich Kleinteile, die Kinder leicht verschlucken können. Die Analyse von 30 Produkten stellte die Stiftung am Donnerstag in Berlin vor („test“-Ausgabe Dezember 2013): Nur 14 bekommen die Noten „gut“ oder „befriedigend“, neun wurden als „ausreichend“ und sieben als „mangelhaft“ eingestuft.

Mehr als die Hälfte der getesteten Bauklötze, Eisenbahnen und Puzzlespielen „enthält Schadstoffe, von denen eine Gesundheitsgefährdung ausgehen kann“, sagte Hubertus Primus, Vorstand der Stiftung Warentest. So fanden die Tester Stoffe, die Krebs erzeugen, das Erbgut verändern, Allergien auslösen sowie die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen können, beispielsweise Formaldehyd, Schwermetalle, Pestizide und Organozinnverbindungen. Sie stecken meist in den Lacken, im Sperrholz oder in den Schnüren.

Spielzeug für Kleinkinder muss besondere Anforderungen füllen. Denn sie reißen daran, werfen es, lutschen und kauen darauf rum. Holzspielzeug hat bei Eltern einen besseren Ruf als Plastikspielsachen. „Es gilt als unbedenklich, robust und naturnah. Wir wollten wissen, ob dieser Ruf berechtigt ist“, erläuterte Primus. Im Fokus standen die Aspekte Sicherheit und Gesundheit. „Gefährliche Stoffe gehören nicht ins Spielzeug“, mahnte Primus. Diese wirkten oft erst nach Jahren.

Die Tester hatten Greiflinge und Wagenketten, Holzfahrzeuge, Bauklötze, Puzzle, Schiebe- und Nachziehspielzeug mit einer Preisspanne von vier bis 72 Euro untersucht. 14 davon wurden in China, elf in Deutschland produziert.  „‘Made in Germany‘ bietet keine Garantie für sicheres Spielzeug“, sagte Primus. Auch zwei deutsche Produkte wurden für „mangelhaft“ befunden. Dabei handelt es sich um ein Motorikspiel und eine Wagenkette der Firma Hess. In beiden Fällen bemängelten die Tester verschluckbare Kleinteile, die ein Erstickungsrisiko bergen. Primus zufolge seien diese Spielsachen „nicht verkehrsfähig“ und hätten nicht verkauft werden dürfen. Gleiches gelte für einen Schiebefrosch der niederländischen Firma New Classic Toys, bei dem krebserregendes Benzidin festgestellt wurde. Dieser Stoff ist in der EU verboten. Die drei nicht verkehrsfähigen Produkte hat die Stiftung Warentest bei der Marktaufsicht gemeldet.

"Hartplastik ist oft weniger belastet"

Als „mangelhaft“ befanden die Tester außerdem ein Feuerwehrauto von Simm-Marketing, Holzeisenbahnen von Brio und Eichhorn und der Vedes Spielmaus-Holzzug. Bei den als „ausreichend“ bewerteten Spielsachen lagen Schadstoffbelastungen vor, die geringer waren oder deren Grenzwerte knapp eingehalten wurden.

Nur fünf der untersuchten Produkte wiesen das GS-Zeichen auf, das im deutschen Produktsicherheitsgesetz verankert ist und eine unabhängige Prüfung erfordert. „Das zeigt bereits, dass es die Branche offensichtlich nicht für erforderlich hält, die Verbraucher über die Prüfung der Sicherheit ihres Spielzeugs zu informieren“, kritisierte Holger Brackemann, Bereichsleiter der „Warentest“-Untersuchungen. Spielsachen mit dem GS-Zeichen hätten deutlich besser abgeschnitten als das Gesamtfeld. „Verbraucher sollten also beim Spielzeugkauf darauf achten.“ Generell sei es sicherer, Produkte aus unlackiertem Vollholz zu kaufen. Außerdem sollten Eltern vor dem Kauf am Spielzeug wackeln und ziehen, daran riechen und auf scharfe Ecken und Kanten achten. „Generell sehen wir keinen Vorteil von Holzspielzeug. Hartplastik ist oft weniger belastet.“

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