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Tipps und Tricks

Steuern zahlen, aber nicht zu viel

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Tipps und Tricks, mit denen Arbeitnehmer verhindern können, dass sie mehr Geld an das Finanzamt überweisen müssen, als eigentlich nötig wäre.

Arbeitnehmer zahlen regelmäßig mehr Steuern als sie müssten. Schließlich handelt es sich bei der Lohnsteuer um eine Vorauszahlung, die monatlich vom Bruttogehalt abgeht. Wenn über das Jahr aber hohe Ausgaben entstanden sind, wie etwa Spritkosten, die für den Arbeitsweg anfielen oder für eine aus eigener Tasche gezahlte Fortbildung, können sich Arbeitnehmer ihr Geld mit der Steuererklärung im folgenden Jahr zurückholen. Die Rückerstattung gleicht die zu viel gezahlten Steuern dann wieder aus. So ist es gängige Praxis.

Wer nun schon weiß, dass im kommenden Jahr Mehrausgaben anstehen, die steuerlich geltend gemacht werden können, für den kann es sich lohnen, einen Steuerfreibetrag zu beantragen, damit erst gar nicht so viel Geld vom monatlichen Einkommen abgezogen wird. Doch nicht nur deswegen lohnt sich zum Jahresende ein Blick auf sein Haushaltsbudget. Denn auch wer im aktuellen Jahr noch ein paar Kosten bündelt, kann im kommenden Jahr möglicherweise auf eine größere Steuerrückzahlung hoffen. Auf diese und andere Tipps weist der Bund der Steuerzahler (BdSt) hin.

Steuerfreibetrag beantragen

Wer einen Steuerfreibetrag anmeldet, erhält am Ende des Monats mehr Nettolohn auf sein Konto überwiesen. Das gilt natürlich nur für Steuerzahler, die durch hohe Ausgaben wie Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen eine Steuerrückerstattung erwarten. Ab Aufwendungen in Höhe von 600 Euro, die sich auf Werbungskosten wie doppelte Haushaltsführung oder Unterhaltsleistungen verteilen, kann ein Freibetrag beantragt werden. Das bedeutet dann, dass die Ausgaben, die sich in Zukunft steuermindernd auswirken, gleich zu Beginn einkalkuliert und gar nicht erst abgezogen werden.

Der Vorteil: direkt mehr Netto vom Brutto und damit mehr Handlungsspielraum. Ein höherer Nettolohn kann außerdem noch mehr Vorteile mit sich bringen: So wird zum Beispiel beim Elterngeld der Nettolohn als Berechnungsgrundlage genutzt. Ein höheres Nettogehalt führt so zu mehr Elterngeld.

Wer davon noch dieses Jahr profitieren will, sollte den Antrag noch bis Ende November stellen, empfiehlt der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL). Wird ein Freibetrag in Anspruch genommen, ist der Steuerzahler allerdings auch verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, um die Mehrausgaben nachzuweisen.

Ohnehin geplante Ausgaben vorziehen

Wer bis Jahresende noch ein paar Ausgaben bündelt und zum Beispiel Ausgaben vorzieht, die 2019 ohnehin fällig werden, übertrifft womöglich die Pauschbeträge für Werbungskosten oder Gesundheitsausgaben und erhält letztlich mehr vom Finanzamt zurück als wenn sich die Ausgaben gestückelt auf zwei Jahre verteilen. 

Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag liegt bei 1 000 Euro pro Jahr. Ausgaben in dieser Höhe berücksichtigt das Finanzamt pauschal. Liegt der Steuerzahler derzeit nur noch knapp unter dieser Grenze, hat also das Jahr über schon einige Kosten den Job betreffend begleichen müssen, und steht ohnehin demnächst die Anschaffung neuer Fachbücher, Arbeitskleidung oder neuen Schreibmaterials an, empfiehlt sich die Anschaffungen noch in diesem Jahr, so der Bund der Steuerzahler. Denn wird der Pauschbetrag von 1 000 Euro in einem Jahr überschritten, wirken sich auch die Ausgaben darüber hinaus steuermindernd aus. Ausgaben werden immer dem Jahr zugerechnet, in dem die Rechnung beglichen wurde. Findet eine Fortbildung beispielsweise erst im kommenden Jahr statt, kann der Posten dem aktuellen Steuerjahr trotzdem zugerechnet werden.

„Wer hingegen im laufenden Jahr mit seinen Werbungskosten weit unter dem Pauschbetrag von 1 000 Euro liegt und die Grenze nicht mehr erreicht, sollte mit der Investition bis ins kommende Jahr warten. Vielleicht wird dann der Werbungskosten-Pauschbetrag geknackt“, rät der Bund der Steuerzahler. 

Arbeitszeit von Minijobs anpassen

Der Mindestlohn steigt ab dem 1. Januar 2019 von 8,84 Euro auf 9,19 Euro die Stunde. Das hat Auswirkungen auf Minijobber, die auf 450-Euro-Basis arbeiten und durch den Minijobber-Status von höheren Steuern und Sozialabgaben befreit sind. Arbeiten sie 2019 mit unveränderter Stundenzahl weiter und überschreiten durch den höheren Mindestlohn die Grenze von 450 Euro, verlieren sie den Status als Minijobber. Um das zu vermeiden muss die Arbeitszeit verringert werden. Um rund zwei Stunden, hat der Bund der Steuerzahler errechnet.

Steuerklasse wechseln

Wenn sich bei sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern voraussichtlich das Gehalt im kommenden Jahr ändert, sollte über einen Wechsel der Steuerklasse nachgedacht werden. Ändert sich nämlich das Gehaltsverhältnis, kann eine andere Steuerklassekombination als die bisherige sinnvoller sein. Ist die Steuerklassekombination 4/4 bei annähernd gleichen Einkommen günstig, wirkt sich die Kombination 4/5 bei unterschiedlichen Einkommen auf die Steuern günstiger aus.

„Falls beispielsweise einem Partner im kommenden Jahr Arbeitslosigkeit droht, kann mit einer günstigen Steuerklasse die Höhe der Lohnersatzleistung beeinflusst werden, wenn die Änderung spätestens mit Wirkung ab 1. Januar eingetragen ist“, heißt es beim BVL. Beantragt werden muss der Wechsel bis zum 30. November, damit er im kommenden Jahr gültig ist.

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