Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Finanzen

So sparen Sie 2021 am meisten Steuern

  • vonMechthild Henneke
    schließen

Das laufende Jahr nähert sich dem Ende. Wer jetzt geschickt plant, kann seine Zahlungen ans Finanzamt für 2020 drosseln.

  • 2021 lassen sich viele Steuern sparen.
  • Der Staat gewährt seinen Bürger:innen im kommenden Jahr zahlreiche Vergünstigungen.
  • Im kompakten Überblick erfahren Sie, wie Sie bares Geld sparen können.

Frankfurt - In diesem besonderen Jahr gibt es für Steuerzahler:innen einige Vergünstigungen vom Staat. Das bekannteste Beispiel ist die abgesenkte Mehrwertsteuer: Statt 19 Prozent zahlen wir bis zum Jahresende nur 16 Prozent auf die meisten Waren. Bücher und andere Artikel mit reduzierter Mehrwertsteuer werden nur noch mit fünf statt wie bisher mit sieben Prozent vom Staat belegt. Wir zeigen, wie sich die Steuerzahlung geschickt gestalten lässt.

Homeoffice, Handwerker, Dienstleistungen: So sparen Sie am meisten

Anschaffungen: Die Herabsetzung der Mehrwertsteuer soll den Konsum ankurbeln. Wer größere Anschaffungen plant, einen neuen Computer, ein Laptop oder einen Büroschrank, sollte bald kaufen. Entscheidend für den Steuersatz ist, dass der Gegenstand noch in diesem Jahr geliefert wird. Dieser Rat gilt für diejenigen, die den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1000 Euro voraussichtlich überschreiten. Wer dies nicht tut, kann darauf verzichten, Geld auszugeben und Belege zu sammeln.

Homeoffice: Die Kosten für ein separates Arbeitszimmer können in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten Berufstätigkeit bildet oder kein Arbeitsplatz in der Firma zur Verfügung steht. Das provisorische Büro am Küchentisch zählte bisher nicht. Zurzeit laufen Beratungen, die Bestimmungen zu ändern. Deshalb schon einmal den Arbeitsplatz am Couch- oder Esstisch fotografieren und aufmerksam die Nachrichten verfolgen, rät der Bund der Steuerzahler. Er hat sich dafür eingesetzt, dass Beschäftigte ohne separates Arbeitszimmer einen Werbungskostenabzug erhalten und hofft, dass dies noch im Jahressteuergesetz 2020 verankert wird.

Handwerkerkosten: Wie bei Waren gilt auch für Dienstleistungen bis Ende des Jahres der niedrigere Mehrwertsteuersatz. Wer also das Büro streichen lassen möchte, sollte das noch dieses Jahr in Auftrag geben. Die Arbeitsstunden der Handwerker können teilweise von der Steuer abgesetzt werden: 20 Prozent der Aufwendungen können geltend gemacht werden, maximal 1200 Euro pro Jahr.

Haushaltsnahe Dienstleistungen: Als haushaltsnahe Dienstleistungen zählen das Schneeschieben, ein Putzdienst oder Hausmeister- oder Gartenarbeiten. Wer hierfür professionelle Kräfte engagiert, kann bis zu 4000 Euro beim Finanzamt einreichen.

In diesem besonderen Jahr gibt es für Steuerzahler:innen einige Vergünstigungen vom Staat.

Bonus vom Unternehmen: Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können ihren Beschäftigten in diesem Jahr einen Bonus von bis zu 1500 Euro gewähren – steuer- und sozialversicherungsfrei. Für eine Sachleistung in dieser Höhe gilt dasselbe. Erfasst werden laut Steuerzahlerbund Sonderleistungen, die die Angestellten zwischen dem 1. März und dem 31. Dezember dieses Jahres erhalten. Voraussetzung ist, dass die Sonderzahlung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgt. Die Bonusregelung gilt für alle Branchen und Berufe. Unternehmen, die mit dem Gedanken an eine Prämie spielen, sollten diese den Angestellten in diesem Jahr zukommen lassen. 2021 werden vielleicht wieder Steuern und Sozialversicherung fällig – dann kommt bei den Beschäftigten netto weniger an.

Freibeträge: Wer regelmäßig Kosten für Weiterbildungen oder Werbungskosten für einen langen Arbeitsweg in der Steuererklärung angibt, kann beim Finanzamt einen Freibetrag beantragen (zum Beispiel auf www.formulare-bfinv.de). Das Finanzamt wird bei Genehmigung weniger Lohnsteuer abziehen, weil es diese ja ohnehin erstatten müsste. Voraussetzung ist, dass die Aufwendungen mehr als 600 Euro pro Jahr betragen, teilt der Bund der Steuerzahler mit. Bei den berufsbedingten Werbungskosten müssen die Ausgaben den Arbeitnehmer-Pauschbetrag übersteigen.

Anträge für einen Freibetrag können ab Oktober gestellt werden. Fürs nächste Jahr kann man also jetzt noch aktiv werden. Wer schon einen Freibetrag hat, sollte ihn in diesem Jahr überprüfen. Wegen Corona kann es zu Änderungen bei den Ausgaben kommen, weil zum Beispiel der Weg zur Arbeit entfallen ist. Ist der Freibetrag zu hoch, muss die Steuer nachgezahlt werden. Also besser vorher anpassen.

Kfz-Steuer: Am 1. Januar 2021 steigt die Kfz-Steuer. Sie wird künftig stärker nach dem CO2-Wert des Autos bemessen. Außerdem werden Fahrzeuge mit reduzierten Emissionen gefördert. Wer ein Auto anschaffen möchte, fährt deshalb unter Umständen günstiger, wenn er noch in diesem Jahr handelt. Denn für diesjährige Autos wird die Kfz-Steuer nach dem alten Satz berechnet. E-Autos bleiben von der Kfz-Steuer befreit.

Abrechnen: Eine neue Brille, Zahnersatz oder eine Kur werden vom Finanzamt als „außergewöhnliche Belastungen“ eingestuft und können ebenfalls mit der Steuererklärung eingereicht werden. Sinnvoll ist es, die Kosten in einem Jahr zu bündeln, also keine Ratenzahlung zu vereinbaren. Das Finanzamt berechnet die „zumutbare Belastung“ für jeden Steuerzahler individuell. Sie hängt vom Einkommen und vom Familienstand ab und kann im drei- oder vierstelligen Bereich liegen. Wer neugierig ist, findet Online-Rechner auf den Seiten der Finanzämter.

Baukindergeld: Familien soll es das Baukindergeld erleichtern, ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung zu finanzieren. Pro Kind erhalten die Bauherren 12 000 Euro, ausgezahlt in jährlichen Raten zu je 1200 Euro. Familien, die bis zum 31. März 2021 eine Immobilie kaufen – egal, ob ein neues oder altes Objekt – oder für ihr Grundstück eine Baugenehmigung erhalten, können von dieser Förderung profitieren. Entscheidend ist das Datum des notariellen Kaufvertrags oder das Datum der Baugenehmigung. Ursprünglich war die Regelung bis Ende 2020 befristet, wurde aber wegen der Corona-Krise verlängert.

Obwohl jetzt mehr Zeit vorhanden ist, sollten Familien das Bau- oder Kaufvorhaben nicht auf die lange Bank schieben und möglichst noch in diesem Jahr tätig werden, empfiehlt der Bund der Steuerzahler. „Genehmigung und Kaufverfahren erfordern erfahrungsgemäß Zeit“, heißt es in der aktuellen Steuerinformation. Die Kaufpreiszahlung, die Übergabe des Hauses, Bauarbeiten oder der Einzug könnten aber nach dem 31. März 2021 erfolgen.

Hinzuverdienst bei vorgezogener Altersrente: In vielen Branchen wie in der Pflege gibt es Fachkräftemangel. Deshalb hat die Bundesregierung in der Corona-Zeit die Hinzuverdienstgrenze für Rentnerinnen und Rentner mit vorgezogener Altersrente angehoben. In diesem Jahr können erwerbstätige Senior:innen Einkünfte in Höhe von 44 590 Euro erzielen, ohne dass die gesetzliche Altersrente belastet wird. Früher lag dieser Satz bei 6300 Euro. Ab 2021 gilt voraussichtlich wieder der niedrigere Satz. (Mechthild Henneke)

Rubriklistenbild: © Moritz Wienert

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare