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Die Steuererklärung. Wer zu spät daran denkt, muss vielleicht Strafe zahlen.

Steuererklärung 2018

Steuererklärung abgeben oder Strafe zahlen

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Wer die Steuererklärung 2018 zu spät einreicht, zahlt Strafe. Dafür hat der Staat die Abgabefristen verlängert. Auch darüber hinaus gibt es zahlreiche Neuerungen.

Rund 974 Euro bekommen Steuerzahler laut dem Statistischen Bundesamt vom Finanzamt im Durchschnitt zurück, wenn sie ihre Steuererklärung abgeben. Seit diesem Jahr gelten einige Neuregelungen, die den Steuerzahlern möglicherweise finanzielle Vorteile bringen könnten. Es gelten auch neue Fristen für Säumniszahlungen, die die Rückzahlungen schmälern könnten.

Abgabefristen: Kein geldwerter Vorteil, aber dennoch eine große Erleichterung sind die neuen Abgabefristen für die Steuererklärung. Bisher musste diese zum 31. Mai des Folgejahres eingereicht werden, wenn Steuerzahler sie alleine erstellten, zum 31. Dezember, wenn ein Steuerberater beauftragt war. Ab sofort reicht der 31. Juli des Folgejahres für diejenigen, die die Formulare selbst ausfüllen. Ist ein Steuerberater mit im Spiel oder unterstützt ein Lohnsteuerhilfeverein, genügt eine Abgabe zu Ende Februar. Da 2020 ein Schaltjahr ist und der 29. Februar ein Sonnabend, verschiebt sich der Termin auf den 2. März 2020. Noch besser haben es diejenigen, die freiwillig eine Steuererklärung erstellen. Sie haben vier Jahre Zeit, also bis zum 2. Januar 2023.

Strafgebühren bei Verspätung: Ein neuer Verspätungszuschlag soll die Steuerzahler dazu motivieren, ihre Steuererklärung pünktlich abzugeben. Pro Monat Verspätung beträgt diese Strafzahlung 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer – mindestens aber 25 Euro pro Monat. Bei vier Monaten sind das also bereits 100 Euro. Bisher lag der Verspätungszuschlag im Ermessen der Finanzbeamten. Häufig drückten diese ein Auge zu. Das geht nun nicht mehr. Wer schon weiß, dass er sich verspätet, kann eine Fristverlängerung beim Finanzamt beantragen. Er braucht aber einen triftigen Grund, wie eine langjährige Krankheit oder einen Auslandsaufenthalt.

Grundfreibetrag: Im Veranlagungsjahr 2018 steigt der Grundfreibetrag von 8820 Euro (2017) auf 9000 Euro. 2019 steigt er weiter auf 9168 Euro. Die Einkommenssteuergrenzen für die verschiedenen Steuersätze werden um etwas mehr als ein Prozent angehoben. So will der Staat die Wirkung der kalten Progression mildern. Arbeitnehmer sollen stärker von Lohnerhöhungen profitieren, erklärt das Bundesfinanzministerium.

Familien: Eltern erhalten entweder Kindergeld oder den Kinderfreibetrag, wenn dieser sich günstiger aufs Portemonnaie auswirkt. Der Staat will so Familien fördern. Der steuerliche Kinderfreibetrag wird jährlich angepasst. Für das Veranlagungsjahr 2018 beträgt er 4788 Euro. 2019 können 4980 Euro veranschlagt werden. Zusammen mit dem Betreuungsfreibetrag macht das 2018 insgesamt 7428 Euro, für 2019 sind es 7620 Euro. Der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen wird ebenfalls angehoben. Er steigt wie der Grundfreibetrag auf 9000 Euro 2018 und auf 9168 Euro 2019.

Riester: Der Gesetzgeber hat die Grundzulage für die Riester-Rente ab 2018 von 154 Euro auf 175 Euro angehoben. Damit belohnt er die Sparer ein bisschen mehr.

Kinderbetreuung: Hort, Krippe, Tagesmutter – Kinderbetreuung kann teuer sein. Das Finanzamt lässt Eltern auch in diesem Jahr wieder zwei Drittel der Kosten von der Steuer absetzen, maximal 4000 Euro. Dazu zählen auch Ausgaben für Schulaufgabenbetreuung, Ganztagsbetreuung oder Unterbringung im Internat. Wichtig ist eine Rechnung für die geleisteten Zahlungen. Übrigens kann auch das Geld für die Oma geltend gemacht werden, wenn diese gegen einen kleinen Lohn die Betreuung übernimmt. Wichtig sind ein Arbeitsvertrag und der Nachweis einer Überweisung. Die Großeltern dürfen außerdem nicht im selben Haushalt wohnen. Das betont die Stiftung Warentest in ihrem aktuellen Heft.

Haushalt: Wer sich Hilfe holt im Haushalt oder für den Garten, kann die geleisteten Zahlungen steuerlich wieder geltend machen. Für Putzhilfen können 20 Prozent von 2550 Euro, also 510 Euro, abgesetzt werden. Die Stiftung Warentest weist außerdem darauf hin, dass es sich bei der Haushaltshilfe um einen Minijobber handeln muss. Auch 20 Prozent der Kosten für Gartenhelfer können von der Steuer abgezogen werden. Der Deckel liegt hier bei 4 000 Euro.

Gesundheitskosten: Ausgaben für Medikamente, eine Brille oder Zuzahlungen zum Beispiel zur Zahnspange können ab einer bestimmten Höhe abgesetzt werden – diese wird jedoch individuell berechnet. Der Eigenanteil wurde jetzt gesenkt, so dass es sich eher lohnt die Belege zu sammeln. Der Online-Rechner des Bayerischen Finanzamts (http://t1p.de/1k73) hilft, die eigene Grenze zu ermitteln.

Büro: Der Gesetzgeber hat den Steuerbonus für den neuen Computer, den Bürostuhl oder den Drucker erhöht: Jetzt können 952 Euro (800 Euro plus 19 Prozent Mehrwertsteuer) auf einmal abgesetzt werden. Was darüber hinaus geht, muss in mehreren Jahren abgeschrieben werden. Wer die Anschaffung auch privat nutzt, darf nur den beruflichen Anteil steuerlich geltend machen.

Belege: Belege müssen seit dem Jahr 2017 nicht mehr eingereicht werden. Sie sollten aber aufbewahrt werden – zumindest so lange, bis der Steuerbescheid vorliegt. Steuerexperten raten dazu, sie mindestens ein Jahr lang aufzuheben.

Steuererklärung digital einreichen

Online oder schriftlich – das ist dem Finanzamt bei Angestellten egal. Es gibt einige Personengruppen, die online einreichen müssen: zum Beispiel Selbstständige, Gewerbetreibende, Land- und Forstwirte oder Selbstständige im Nebenerwerb.

Die Steuererklärung kann direkt im Portal „Mein Elster“ (www.elster.de) gemacht werden. Oder sie wird im Elster-Formular ausgefüllt, ausgedruckt und verschickt. Die Elster-Formulare laufen aus. Sie können letztmalig für die Steuererklärung 2019, also im kommenden Jahr, verwendet werden.

Spezielle Software unterstützt beim Ausfüllen der Formulare. Die gängigen Programme sind Wiso Steuer, Lexware und Steuersparerklärung. Sie kosten zwischen 25 und 35 Euro.

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