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Viele mussten ihren Arbeitsplatz wegen der Corona-Pandemie nach Hause verlagern. Bei der Steuererklärung für 2020 können sie nun die sogenannte Homeoffice-Pauschale geltend machen.
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Viele mussten ihren Arbeitsplatz wegen der Corona-Pandemie nach Hause verlagern. Bei der Steuererklärung für 2020 können sie die Homeoffice-Pauschale geltend machen. (Symbolbild)

Steuererklärung

Corona-Jahr 2020: Für wen sich die Steuererklärung jetzt besonders lohnt

  • vonMechthild Henneke
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Eine Steuererklärung abzugeben, lohnt sich grundsätzlich. In diesem Jahr ganz besonders, denn wegen Corona können neue Pauschalen geltend gemacht werden.

Frankfurt am Main - Steuererstattungen des Finanzamtes belaufen sich im Schnitt auf rund 1030 Euro, so eine Berechnung des Bunds der Steuerzahler. Es lohnt sich also, sich die Zeit zu nehmen und die Formulare auszufüllen. Zur Steuererklärung verpflichtet sind freiberuflich Tätige sowie Unternehmerinnen und Unternehmer. Abhängig Beschäftigte können sie freiwillig abgeben. Wir informieren, was bei der Steuererklärung 2020 zu beachten ist.

Neue Homeoffice-Pauschale: Viele Menschen haben wegen der Corona-Pandemie ihren Arbeitsplatz nach Hause verlagern müssen. Bei ihrer Steuererklärung für 2020 können sie nun die sogenannte Homeoffice-Pauschale geltend machen. Für jeden Arbeitstag in der häuslichen Wohnung können sie einen Betrag von fünf Euro als Werbungskosten angeben – maximal aber 600 Euro im Jahr. Das hört sich gut an, es gibt allerdings einen Haken: Die Homeoffice-Pauschale wird auf die Werbungskostenpauschale von 1000 Euro angerechnet. Das bedeutet, sie verpufft für alle Arbeitnehmer, deren Werbungskosten (inklusive Homeoffice) unter 1000 Euro liegen.

Homeoffice Pauschale
Pro Arbeitstag in der eigenen Wohnung:5 Euro
Maximalbetrag:600 Euro pro Jahr

Bei Arbeitstagen im Homeoffice entfällt indes die Pendlerpauschale, da es keine Fahrten zur Arbeitsstätte gab. „Eine Homeoffice-Tagespauschale von fünf Euro darf man nur angeben, wenn man an dem Tag ausschließlich von zu Hause aus gearbeitet hat“, stellt BVL-Geschäftsführer Uwe Rauhöft klar. Wer an einem Tag zusätzlich in die Firma fährt, etwa um Post abzuholen, kann die Tagespauschale von fünf Euro nicht geltend machen, wohl aber die Entfernungspauschale zwischen Wohnung und Firma.

Steuer 2020: Höhere Freibeträge und Kurzarbeitergeld – Wie Arbeitnehmer:innen profitieren

Höhere Freibeträge: Der steuerliche Grundfreibetrag ist 2020 von 9168 Euro auf 9408 Euro gestiegen. Das bedeutet: Bis zu einem Bruttoeinkommen von 9408 Euro im Jahr fallen keine Steuern an. Zudem ist der Kinderfreibetrag 2020 um 192 Euro gestiegen. Bei gleichbleibendem Betreuungsfreibetrag beträgt er für 2020 exakt 7812 Euro pro Kind und Jahr (2019: 7620 Euro). Wer alleinerziehend ist und mindestens ein Kind bei sich wohnen hat, profitiert 2020 von einem steuerlichen Entlastungsbetrag von 4008 Euro (zuvor: 1908 Euro). „Für jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag, und zwar um jeweils 240 Euro“, erklärt Jana Bauer vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) in Berlin.

Kurzarbeitergeld: Wer 2020 Kurzarbeitergeld bekommen hat, zahlt darauf selbst keine Abgaben. Allerdings unterliegt das Kurzarbeitergeld dem Progressionsvorbehalt. Das führt dazu, dass das Kurzarbeitergeld den Steuersatz für die übrigen Einkünfte erhöht. Aber: „Oft wird dies letztendlich mit einer Steuererstattung einhergehen, da für den Arbeitslohn zu viel Lohnsteuer abgezogen wurde“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler in Berlin.

Steuererklärung 2020: Steuernachzahlungen bei Kurzarbeit drohen

In einigen Fällen ist aber auch eine Steuernachzahlung möglich. Etwa dann, wenn der Arbeitnehmer weniger Wochenstunden gearbeitet hat und sein Lohn mit Kurzarbeitergeld aufgestockt wurde. „Hier macht es Sinn, sich Geld für eine Steuernachzahlung beiseite zu legen“, empfiehlt Klocke. Neben Kurzarbeitergeld zählen auch Eltern- oder Arbeitslosengeld zu den Lohnersatzleistungen. Im Internet finden sich einige Online-Rechner, in denen man vorab schätzen lassen kann, wie hoch eine Nachzahlung ausfällt.

Rente

Bei der Rentenbesteuerung erhöhte sich 2020 der steuerpflichtige Rentenanteil von 78 auf 80 Prozent. Somit bleiben nur noch 20 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Dieser Anteil gilt für Rentnerinnen und Rentner, die im Jahr 2020 neu in Rente gegangen sind. Bei Bestandsrenten bleibt der festgesetzte steuerfreie Rentenanteil bestehen.
Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) stellt eine Bescheinigung über die erhaltene Rente und die gezahlten Beiträge zur Krankenversicherung aus. Diese Bescheinigung ist beim Ausfüllen der Steuerformulare hilfreich. Es genügt, sie einmal bei der DRV zu beantragen, in den Folgejahren schickt die Versicherung die Bescheinigung automatisch zu. hen

Steuer 2020: Steuerzahler:innen können höhere Pauschalen geltend machen

IT-Anschaffungen: Der Gesetzgeber hat für Computer, Laptops, Zubehör wie Scanner und Drucker sowie Softwareprogramme ab dem Jahr 2021 eine Sofortabschreibung eingeführt. Danach können auch teurere Geräte, die mehr als 800 Euro netto gekostet haben, dann direkt steuerlich abgesetzt werden, informiert der Bund der Steuerzahler. Betroffene, die 2020 einen hochwertigen Computer mit einem Preis von mehr als 800 Euro für die Arbeit gekauft haben, müssen in der Steuererklärung für das Jahr 2020 noch die anteilige monatsgenaue Abschreibung vornehmen. Der Rest kann in der Erklärung für 2021 abgesetzt werden.

Höhere Pauschalen: Steuerzahler können seit dem 1. März 2020 eine höhere Umzugskostenpauschale geltend machen. Die Pauschale steigt für Singles auf 820 Euro (zuvor: 811 Euro), für Verheiratete oder Alleinerziehende auf 1639 Euro (zuvor: 1622 Euro). Außerdem gibt es höhere Verpflegungspauschalen bei Dienstreisen: Wer mehr als acht Stunden am Tag dienstlich unterwegs war, kann pro Tag in der Steuererklärung 14 Euro (vorher: zwölf Euro) angeben. Bei einer Dienstreise, die an einem Tag mindestens 24 Stunden dauerte, können 28 Euro (vorher: 24 Euro) geltend gemacht werden.

Seit 2020 gibt es zudem eine Übernachtungspauschale für Berufskraftfahrerinnen und -fahrer. Sie können für den An- und Abreisetag sowie für jede Übernachtung im Lkw acht Euro pro Arbeitstag in ihrer Steuererklärung als Werbungskosten eintragen. „Wer zum Beispiel zwei Tage unterwegs war, aber nur einmal in seinem Fahrzeug übernachtet hat, kann dafür 16 Euro angeben“, erklärt Bauer.

Steuererstattungen des Finanzamtes belaufen sich im Schnitt auf rund 1030 Euro, so eine Berechnung des Bunds der Steuerzahler.

Steuererklärung 2020: Diese Fristen gelten

Fristen: Wer verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben, muss dies bis zum 31. Juli tun. „Da dies ein Samstag ist, verlängert sich die Frist auf den 2. August 2021“, sagt Klocke. Diejenigen, die auf die Hilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins setzen, haben bis Ende Februar 2022 Zeit. Wer merkt, dass er den Abgabetermin nicht einhalten kann, sollte beim Finanzamt rechtzeitig einen Antrag auf Fristverlängerung stellen. Denn wer seine Steuererklärung unentschuldigt verspätet abgibt, muss mit einem Verspätungszuschlag rechnen. Dieser beträgt mindestens 25 Euro für jeden angefangenen Monat der Verspätung.

Personen, die freiwillig eine Einkommensteuererklärung abgeben, haben vier Jahre Zeit. Für die freiwillige Steuererklärung 2020 heißt das, dass sie bis zum 31. Dezember 2024 eingereicht werden kann. Wichtig: Diese Vierjahresfristen kann man nicht verlängern. (Mechthild Henneke mit dpa)

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