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Finanzen

Steuergeschenke im Wahljahr 2021: Doch es drohen auch Nachzahlungen

  • vonWolfgang Mulke
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Ende des Soli, mehr Kindergeld, höhere Pendlerpauschale: Der Fiskus sorgt in einigen Bereichen für Entlastung bei der Steuer. Doch bei Kurzarbeit kann eine Nachzahlung drohen: Ein Überblick.

  • Im Jahr der Bundestagswahl macht der Fiskus Steuerzahlenden Geschenke.
  • Der Soli fällt weg, Alleinerziehende werden entlastet, die Pendlerpauschale erhöht.
  • Welche Entlastungen 2021 in Sachen Steuern entstehen können.

Frankfurt - Für das neue Jahr hat der Gesetzgeber eine Reihe von Änderungen beschlossen, die sich auf den Geldbeutel der Bürgerinnen und Bürger auswirken. Ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen und ihre Folgen.

Drei Jahrzehnte nach der Wende entfällt der Solidaritätszuschlag.

Ende des Soli: Für die meisten Steuerzahlenden entfällt 30 Jahre nach der Wende der Solidaritätszuschlag. Das macht sich erheblich bemerkbar. Ein Single mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 30.000 Euro zahlt alleine dadurch 285 Euro weniger. Bei einem Einkommen von 60.000 Euro sind es bereits 893 Euro Ersparnis. Ein Ehepaar mit diesem Einkommen wird um 512 Euro entlastet, beim doppelten Einkommen sogar um 1786 Euro.

Allerdings entfällt der Soli nicht für alle. Bezieherinnen und Beziher hoher Einkommen ab einem Betrag von 61.127 Euro als Single und 124.254 Euro als Ehepaar müssen ihn weiterhin entrichten. Ab diesen Grenzwerten beträgt der Soli je nach Einkommenshöhe maximal 5,5 Prozent. Den vollen Satz verlangt das Finanzamt ab einem Einkommen von 96.822 Euro bei Singles und 193.644 Euro bei Paaren.

Steuer 2021: Grundfreibetrag und Pendlerpauschale werden erhöht

Grundfreibetrag steigt: Für alle Steuerzahler:innen steigt der Grundfreibetrag für das Existenzminimum um 336 Euro auf 9744 Euro. Bei Ehepaaren verdoppelt er sich auf 19.488 Euro. Ab diesen Einkommen werden erst Einkommenssteuern erhoben. Damit bleibt ein zusätzlicher Teil des Einkommens steuerfrei. Singles mit 30.000 Euro im Jahr werden so zusätzlich um 96 Euro entlastet, Ehepaare mit 80.000 Euro Einkommen um 238 Euro.

Höhere Pendlerpauschale: Entlastet werden auch Fernpendler:innen, und das in den kommenden fünf Jahren. Voraussetzung ist ein Arbeitsweg von 21 Kilometern oder mehr. Die Pauschale steigt in einem ersten Schritt um fünf auf 35 Cent. Ab 2024 können noch einmal drei Cent mehr abgesetzt werden. Bei kürzeren Arbeitswegen bleibt es bei 30 Cent pro Kilometer. Je nach Entfernung der Arbeitsstelle und Zahl der gefahrenen Tage summiert sich die Ersparnis schnell auf mehrere hundert Euro. Laut Stiftung Warentest beträgt der Vorteil bei einer Entfernung von 50 Kilometern und 150 Bürotagen zum Beispiel 225 Euro.

Homeoffice kann bei der Steuer 2021 angerechnet werden

Prämie für Mobilität: Neu ist eine Mobilitätsprämie für Geringverdiener:innen mit einem langen Arbeitsweg. Auch hier muss der Weg zum Arbeitsplatz wenigstens 21 Kilometer betragen. Ab dieser Entfernung bezahlt das Finanzamt Beschäftigten, die keine Steuern bezahlen müssen, 4,9 Cent pro Kilometer. Die Berechnung ist kompliziert. Bei einem Arbeitsweg von 40 Kilometern und 150 Arbeitstagen im Jahr überweist das Finanzamt laut der Vereinigten Lohnsteuerhilfe 147 Euro Mobilitätsprämie. Wichtig zu wissen: Um das Geld zu erhalten, muss eine Steuererklärung abgegeben werden.

Achtung Kurzarbeiter! Bei einer ungünstigen Konstellation müssen Kurzarbeiter:innen Steuern für das Jahr 2020 nachzahlen. Das Kurzarbeitergeld selbst ist zwar steuerfrei, doch erhöht es das Einkommen. Die prozentuale Höhe der Lohnsteuer steigt mit dem Einkommen. Das Finanzamt legt den Durchschnittssteuersatz des normalen Einkommens plus Kurzarbeitsgeld als Maßstab für die Besteuerung des regulären Lohnes an. Der automatischen Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber orientiert sich dagegen am niedrigeren regulären Einkommen. Dadurch kann es sein, dass zu wenig Vorauszahlung geleistet wurde und das Finanzamt einen Nachschlag einfordert.

Homeoffice-Nachlass: Frisch beschlossen wurde eine Anrechnung des Homeoffice bei der Steuer für jene, die kein häusliches Arbeitszimmer vorweisen können. Pro Tag können fünf Euro, maximal 600 Euro im Jahr abgesetzt werden.

Steuer: Kindergeld und Kinderfreibetrag steigen 2021

Behinderte : Die Pauschbeträge für Behinderte verdoppeln sich. Die Höhe ist vom Grad der Behinderung abhängig. Bei einer Behinderung von 50 Prozent beträgt er zum Beispiel bisher 570 Euro und künftig 1140 Euro. Bei einem Einkommen von 30 000 Euro bezahlt eine alleinstehende Person so 173 Euro weniger.

Mehr Kindergeld: Das Kindergeld steigt um 15 Euro. Ebenfalls angehoben werden die Kinderfreibeträge. Das ist für alle Eltern wichtig, für die eine Steuererleichterung mehr bringt als das Kindergeld. Insgesamt summieren sich die Freibeträge pro Kind dann auf 8.388 Euro.

Entlastung für Alleinerziehende: Allein lebende Elternteile, in deren Haushalt nur das Kind oder die Kinder wohnen, erhalten einen zusätzlichen Freibetrag von 2100 Euro. Der bestehende Entlastungsbetrag von 1908 Euro für das erste sowie 240 Euro für jedes weitere Kind bleibt erhalten. (Wolfgang Mulke)

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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