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Wird immer teurer: das Großprojekt Stuttgart 21.
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Wird immer teurer: das Großprojekt Stuttgart 21.

Stuttgart 21

Starrsinn vor Vernunft

  • Wolfgang Kessler
    VonWolfgang Kessler
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An ihrem Umgang mit dem Großprojekt Stuttgart 21 zeigt sich die Krise der Deutsche Bahn. Der Vorstand denkt nicht mal über Alternativen nach.

Die tiefe Krise der Deutschen Bahn zeigt sich am deutlichsten an ihrem Umgang mit dem Großprojekt Stuttgart 21. Eisern hält sie an der Verlegung des Kopfbahnhofs in die Tiefe fest, obwohl die Gegenargumente der Kritiker ständig bestätigt werden. Experten gehen davon aus, dass die Kosten nicht bei den geplanten 6,5 Milliarden Euro bleiben werden – neueste Schätzungen kommen auf fast zehn Milliarden Euro. Damit käme Stuttgart 21 fast so teuer wie der neue 57 Kilometer lange Alpentunnel durch den Gotthard.

Inzwischen gibt der Bahn-Vorstand auch zu, dass die Bauarbeiten nicht 2021, sondern frühestens 2023 fertig werden. Da er dies zu spät einräumte, muss Vorstandsmitglied Volker Kefer zurücktreten. In dieser Lage müsste dem Bahn-Vorstand doch ein Alternativkonzept von Stadtplanern und Architekten gerade recht kommen. Sie zeigen auf, wie die bereits geleisteten Baumaßnahmen in ein Modernisierungskonzept integriert werden – und zwei Milliarden Euro eingespart werden können. Das wäre ein Umstieg, kein Ausstieg.

Konkret wollen die Alternativplaner die Bahnhofsgebäude und Gleise modernisieren, aber über der Erde belassen. Der bereits abgerissene Teil des Bahnhofs soll in moderner Architektur wieder aufgebaut und Teile des zerstörten Schlossgartens wiederhergestellt werden. Ebenso wie die Verantwortlichen von Stuttgart 21 wollen auch die Alternativplaner alte Gleisanlagen abbauen und dadurch Wohnraum schaffen, allerdings ohne Spekulation.

Bund und Land wollen keine Mehrkosten

Dass der Bahnvorstand bisher nicht einmal über diese Alternative nachdenkt, zeigt, wie tief er in der Krise steckt. Denn dieses Konzept bietet einen letzten Ausweg, droht die Bahn doch auf den Mehrkosten sitzen zu bleiben. Der Bund und das Land Baden-Württemberg wollen sie nämlich nicht mehr mittragen. Da die Bahn aufgrund der Fernbus-Konkurrenz, vieler Baustellen und sinkender Erlöse aus dem Güterverkehr bereits an den Abbau von Tausenden von Stellen denkt, könnte sie bei Stuttgart 21 Geld sparen, ohne Jobs zu streichen.

Nun droht auch dieser Ausweg an den wirtschaftlichen Interessen hinter Stuttgart 21 und vor allem am Starrsinn jener zu scheitern, die das Großprojekt einfach durchziehen wollen, weil bereits damit begonnen wurde. Ihnen sei der Satz des Dramatikers Bertolt Brecht in Erinnerung gerufen: Wer „A“ gesagt hat, muss nicht „B“ sagen, wenn „A" falsch war.

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