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Ein Dorf bezwingt Elon Musk

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Von: Stefan Brändle

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Hätte die Sendestation Auswirkungen auf die Milchproduktion der Kühe? Die Bäuerinnen und Bauern forderten eine Untersuchung.
Hätte die Sendestation Auswirkungen auf die Milchproduktion der Kühe? Die Bäuerinnen und Bauern forderten eine Untersuchung. © AFP

Fast wie zu Zeiten von Asterix: Ein Ort in der Normandie probt den Aufstand, um den Bau einer Internet-Relaisstation zu verhindern.

Der Widerstand eines Gallierdorfes zahlt sich aus: US-Milliardär Elon Musk verzichtet in der Normandie auf den Bau einer Internet-Relaisstation. Bestehend aus neun Kugelantennen von je drei Meter Durchmesser, bildete sie Teil des weltumspannenden Internetnetzes Starlink. Nach der Fertigstellung sollen 12 000 flache Kleinsatelliten im Niedrigorbit – ihr Lichtschweif ist auf der Erde mit bloßem Auge zu sehen – auf dem ganzen Planeten eine Internetverbindung in DSL-Qualität erlauben, sei es in der Sahara oder am Nordpol.

Nicht aber in Saint-Senier-de-Beuvron. Dort, unweit der Sehenswürdigkeit Mont Saint-Michel, plante Starlink eine wichtige irdische Empfangsstation. Doch die 360 Einwohner des bukolischen Örtchens waren nicht einverstanden. Landwirtinnen und Landwirte befürchteten Rückwirkungen auf die Milchproduktion ihrer Kühe, und auch andere Bürger:innen verlangten, dass zunächst eine Studie über die Auswirkungen der elektromagnetischen Strahlung durchgeführt wird. Eine Anwohnerin, die mit Familie und Kindern nur 60 Meter von der geplanten Relaisstation entfernt lebt, beschwerte sich beim Gemeinderat. Bei diesem meldete sich Musks Firma aber nie. Auch das Baugelände ließ Starlink durch eine Drittfirma kaufen. Selbst als die Geschichte von Saint-Senier weltweit Schlagzeilen machte, reagierte Elon Musk nie persönlich.

Starlink-Relaisstation: Genehmigung widerrufen

Sehr auf seinen Ruf bedacht, beschloss er aber offenbar über Neujahr, die Relaisstation in der Normandie fallenzulassen. Auch diesen Entscheid teilte er dem Bürgermeister von Saint-Senier-de-Beuvron nicht direkt mit. Nur die französische Telekom-Agentur Arcep erhielt Mitteilung vom Verzicht. Sie hat die Genehmigung zum Bau der für die Relaisstation deshalb Anfang Januar widerrufen und den betroffenen Gemeinderat informiert.

Die Entwicklung von Starlink wird durch diesen Entscheid kaum beeinträchtigt. In Europa hatte das US-Unternehmen zwar anfänglich nur eine Handvoll Sendestationen – neben Frankreich auch in Griechenland – geplant. Doch das mit Internet gut bediente Westeuropa hat für Musk keine Priorität. Die Abonnements sind mit rund 100 Euro im Monat auch entsprechend teuer.

Ob Starlink auf seine Normandie-Station nur wegen des lokalen Widerstandes verzichtet, bleibt mangels Auskünften offen. Die französischen Medien feiern jedenfalls den symbolträchtigen Sieg der Kleinbäuerinnen und -bauern über den Gründer von Tesla, SpaceX und Starlink – als hätte Asterix das römische Imperium in die Knie gezwungen.

Musk selber hat derzeit andere Sorgen als dass aufmüpfige Gallierdorf. Laut Analystenschätzungen hat er in letzter Zeit wegen Börseneinbrüchen nicht weniger als 100 (von 270) Milliarden Dollar verloren. Dafür hat die E-Auto-Marke Tesla 2021 trotz Chipkrise und Lieferengpässen ihr bestes Geschäftsjahr absolviert und einen Gewinn von 5,5 Milliarden Dollar eingefahren.

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