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Die Strompreise sind teuer.
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Die Strompreise sind teuer.

Teurer Strom

Stromsparen: Standby-Modus kostet mehr als hundert Euro

  • VonMechthild Henneke
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Stromsparen ist angesichts steigender Preise ein Muss. Im Haushalt gibt es dafür einige Ansatzpunkte.

Frankfurt am Main - Rekordwerte bei den Strompreisen belasten die Haushaltsbudgets. Die Kilowattstunde (kWh) kostet inzwischen schon knapp 32 Cent. Der durchschnittliche Stromverbrauch eines Zwei- bis Drei-Personen-Haushalts im Mehrfamilienhaus liegt bei rund 3500 kWh pro Jahr, in Corona-Zeiten sogar höher. Der reine Strompreis ohne Grundgebühr beträgt damit schon rund 1120 Euro jährlich. Doch wo ansetzen, um den Strompreis zu drosseln? Verbraucherschützerinnen und -schützer empfehlen zum einen die Haushaltsgeräte zu kontrollieren, das eigene Nutzerverhalten zu überprüfen und gegebenenfalls den Anbieter zu wechseln.

Stromsparen: Anteiliger Verbrauch

Kühlschrank, Waschmaschine, Handy und Fernseher – die Anzahl technischer Geräte im Haushalt wächst ständig. Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft „co2online“ hat auf der Basis von Daten des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft berechnet, wie hoch der Anteil der verschiedenen Geräte am Stromverbrauch ist. Danach frisst die Informationstechnik, also Handy, iPads, Computer, sowie Fernseher und Audiotechnik am meisten Strom: 28 Prozent. Waschen und Trocknen werden mit 14 Prozent, Licht mit 13 Prozent veranschlagt. Kühl- und Gefriergeräte verbrauchen elf Prozent, Kochen neun Prozent und Spülen acht Prozent.

„Bei den einzelnen Geräten ist es in der Regel der Kühlschrank, der am meisten Strom verbraucht“, sagt Jens Hakenes, Sprecher von co2online. In Einfamilienhäusern komme oft ein Gefrierschrank oder ein zweiter Kühlschrank als Stromfresser hinzu.

Stromsparen: Standby-Funktion vermeiden

Anders als häufig vermutet ist die Standby-Funktion von Fernseher oder HiFi-Anlage nicht zu vernachlässigen. „Wir haben den Standby-Verbrauch untersucht und sind auf zusätzliche Kosten von 115 Euro pro Haushalt gekommen, die man jährlich nur fürs Standby zahlt“, sagt Hakenes. Je älter das Gerät sei, desto höher sei meist der Standby-Verbrauch. Ausschalten lohnt sich also. Zeitschaltuhren können den Alltag erleichtern, genauso wie fernbedienbare Steckdosen, die vom Handy aus gesteuert werden.

Stromsparen: Verbrauch messen

Um konkret zu überprüfen, wie viel ein Gerät, zum Beispiel der eigene Kühlschrank, an Strom verbraucht, empfiehlt Hakenes zunächst den Stromverbrauch zu messen. Dafür gibt es spezielle Stecker, die zwischen Gerät und Steckdose geschaltet werden. In Frankfurt können diese bei der Verbraucherzentrale gegen ein Pfand ausgeliehen werden. Eine Woche lang misst das Gerät den Verbrauch, anschließend kann das Ergebnis auf ein Jahr hochgerechnet werden. „Diese Daten können Sie mit denen von neuen, energiesparenden Geräten vergleichen“, erklärt die Verbraucherzentrale.

Tipp der Verbraucherzentrale:

Wer kontrollieren will, ob die Kühlschranktür dicht schließt, nimmt einen Papierstreifen und klemmt ihn in die Tür. Lässt er sich leicht herausziehen oder öffnet sich die Tür ohne Widerstand, sollte man die Dichtungen austauschen. Oder: Eine Taschenlampe in den Kühlschrank legen und gucken, ob das Licht nach draußen dringt.

Stromsparen: Geräte austauschen

Mit zunehmendem Alter eines Geräts steigt meist der Stromverbrauch. Laut co2online-Sprecher Hakenes ist es ab dem Alter von zehn Jahren lohnenswert, über einen Austausch zum Beispiel des Kühlschranks nachzudenken. „Mit 15 Jahren sollte man das Gerät spätestens austauschen. Dann ist die Technik so überholt, dass sich ein Wechsel rechnet“, rät er. co2online bietet auf seiner Webseite einen sogenannten Kühlcheck an, mit dessen Hilfe der Stromverbrauch des eigenen Geräts bewertet und mit dem von Neugeräten verglichen werden kann. Darin wird nicht nur der niedrigere Strom- oder CO2-Verbrauch betrachtet, sondern auch die Themen Handel, Transport und Entsorgung. Der Kühlcheck nennt auch Alternativgeräte, die zurzeit im Handel sind.

Neues Energielabel

Wer ein Neugerät anschaffen will, kann sich an den Energieeffizienzklassen orientieren. Sie geben einen Hinweis darauf, ob es sich bei Kühlschrank, Geschirrspüler oder Monitor um ein sparsames Gerät handelt. Im März hat sich das System geändert: Die Klassen reichen für viele Geräte von A, sehr energiesparend, bis G, viel Strom benötigend. Die Farbskala ist gleich. Dennoch: „Das alte und neue Energielabel sind nicht miteinander vergleichbar“, heißt es bei der Verbraucherzentrale Energieberatung. Es sei möglich, dass ein Gerät mit früherer A+++-Kennzeichnung nach neuer Klassifizierung nur noch in die Kategorie D fällt. Der Grund: „Die oberen Klassen A und B wurden für künftige Innovationen freigelassen.“

Geld sparen durch Anbieterwechsel

Um den günstigsten Tarif zu haben, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher Zeit investieren. „Wer nicht draufzahlen möchte, muss jährlich den Anbieter wechseln“, erklärt Stiftung Warentest. Tarife mit hohen Vergünstigungen für Neukunden, wie einer Wechselprämie, einem günstigen Kilowattstundenpreis und einem Neukundenbonus, seien meist nur im ersten Vertragsjahr günstig. Das kann sich aber lohnen, denn – am Berliner Beispiel durchgerechnet – ließen sich durch einen Wechsel bis zu 400 Euro jährlich sparen, so die Stiftung.

Wechseldienste

Diese Dienstleister bieten ihren Kundinnen und Kunden an, Preisvergleich und Wechsel für sie zu übernehmen. Das ist günstig für Personen, die dazu neigen Fristen zu verpassen. Wechseldienste veranschlagen für ihre Arbeit eine Provision von bis zu rund 30 Prozent der erzielten Ersparnis, warnt Stiftung Warentest. Auch sinkt der monatliche Abschlag nicht zwangsläufig, denn Boni werden oft erst zum Ende der Vertragslaufzeit ausgezahlt.

Um so einen Tarif zu finden, gibt es zahlreiche Vergleichsportale im Internet. „Wichtig ist, hier auch einen Blick auf die Einstellungen zu werfen“, sagt Hakenes. Vertragsfristen, Stromarten wie Öko oder kein Öko und Auszahlungsmodi für Boni sind darin zum Beispiel geregelt.

Ökostromtarif prüfen

co2online empfiehlt einen Wechsel in einen Ökostromtarif, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Hakenes weist aber darauf hin, dass nur „echter Ökostrom“ seinen Namen verdient. Die großen Energiekonzerne kauften im Gegensatz dazu oft Zertifikate, mit deren Hilfe regulärer Strom zu Ökostrom umetikettiert werde. „Man muss zwischen Anbietern unterscheiden, die Ökostrom als Nebenprodukt verkaufen und solchen, die nur Ökostrom anbieten“, sagt er. Bei Letzteren könne man sicher sein, umweltverträglich generierte Energie zu erhalten. (Mechthild Henneke)

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