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Kommunen kaufen Windpark

Stadtwerke gehen auf Ökokurs

  • Oliver Ristau
    VonOliver Ristau
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Die Energieversorgung soll wieder verstärkt in kommunale Hand. Deswegen steigen 15 kommunale Stromversorger beim ersten großen Windpark in Nord- und Ostsee ein. Von Oliver Ristau

Mehr als 15 kommunale Stromversorger haben die Übernahme von Deutschlands erstem großem Windpark in Nord- und Ostsee (Offshore) angekündigt. Damit steigen Deutschlands Stadtwerke noch vor den großen heimischen Energiekonzernen in die kommerzielle Nutzung von Hochsee-Windstrom ein. Dazu zählen Unternehmen aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen sowie dem Fürstentum Liechtenstein.

Die in der Südweststrom Windpark zusammengeschlossenen Stadtwerke wollen für 1,4 Milliarden Euro 70 Prozent an dem Windpark Bard Offshore 1 übernehmen, der 100 Kilometer nordwestlich der Insel Borkum bis 2011 gebaut werden soll.

Das von dem Emdener Windparkspezialisten Bard Engineering geplante Kraftwerk mit einer Leistung von 400 Megawatt (MW) liefert künftig ausreichend Strom für den Bedarf von 400.000 Haushalten. Die übrigen Anteile sollen ebenfalls an Stadtwerke gehen. Südweststrom-Geschäftsführerin Bettina Morlok spricht von einem hohen Interesse innerhalb der Branche und rechnet mittelfristig mit 80 bis 90 kommunalen Eigentümern.

Der Ökokurs der regionalen Energieerzeuger ist nicht neu. So hat die Aachener Trianel, ein Zusammenschluss von 44 Stadtwerken, ebenfalls ihr Interesse an einem Offshore-Park erklärt. Vor wenigen Wochen kündigten zudem Stadtwerke den Bau von großen Solarkraftwerken in Spanien an, darunter die Münchener Stadtwerke, die mittelfristig alle Bürger der Stadt mit regenerativem Strom versorgen wollen. In Hamburg gründete sich kürzlich ein neues Stadtwerk, das ausschließlich Ökostrom vertreibt.

"Die Stadtwerke werden ihre eigene Stromerzeugung auch noch weiter kräftig ausbauen, insbesondere unter Einsatz regenerativer Energien", sagt Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). "Kooperationen werden dabei insbesondere bei Großprojekten eine wichtige Rolle spielen." Daneben gehe es um den Bau kleinerer Kraftwerke vor Ort wie etwa Biomasse- oder Solaranlagen, den ein Stadtwerk auch alleine stemmen könne.

Hintergrund des energischen Stadtwerke-Engagements ist das Bestreben, die Energieversorgung wieder verstärkt in kommunale Hand zu bekommen. Damit können die Unternehmen ihre Abhängigkeit von den Vorlieferanten reduzieren, über die sie Strom einkaufen müssen.

Dabei handelt es sich vor allem um Eon, RWE, Vattenfall und EnBW, die für rund 80 Prozent der heimischen Stromerzeugung stehen. "Die Stadtwerke erreichen nur zehn Prozent, versorgen aber 57 Prozent der deutschen Haushalte", gibt Reck zu Bedenken. In der Branche wird eine Verdoppelung auf 20 Prozent am bundesweiten Kraftwerkspark in den kommenden 15 Jahren für realistisch gehalten.

Dies wird allerdings nicht nur mit regenerativen Energien geschehen. So wird sich die Tübinger Südweststrom neben dem Bard-Offshore-Windpark auch am Bau eines Steinkohlekraftwerks in Brunsbüttel bei Hamburg beteiligen.

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