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KFW erzielte im vergangenen Jahr 1,6 Milliarden Euro Gewinn

Das staatliche Förderinstitut KFW war auch im vergangenen Jahr die mit Abstand rentabelste deutsche Großbank. Der Konzerngewinn lag bei 1,63 Milliarden Euro und damit fast 15 Prozent höher als im Jahr zuvor. Der Gewinn wird allerdings nicht ausgeschüttet, sondern stärkt die Rücklagen und das Fördergeschäft des Instituts.

Trotz der guten Bilanz sieht sich auch die KFW gezwungen, auf die Kostenbremse zu treten, wie Vorstandschef Günther Bräunig am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz betonte. „Wir müssen die Kosten dämpfen. Das heißt aber nicht, dass wir Stellen abbauen. Allerdings wird der Aufbau langsamer vorangehen als bislang geplant.“ Das Kostendämpfungsprogramm zielt auf die nächsten vier bis fünf Jahre und soll auch mit Vorruhestandsangeboten verbunden sein. Darüber werde derzeit mit der Arbeitnehmervertretung verhandelt.

Tritt auf die Kostenbremse

Aktuell beschäftigt die KFW in der Gruppe rund 6400 Menschen, in der Bank selbst sind es 5300. Genaue Zahlen für den Jobaufbau nennt Bräunig nicht. Angesichts der Digitalisierung sehr vieler Prozesse seien weniger Mitarbeiter notwendig. Man versuche, sie in anderen Bereichen zu beschäftigten, das sei aber nicht immer möglich. Deshalb will die KFW ein Vorruhestandsprogramm auflegen.

Grund für den Tritt auf die Kostenbremse ist nach Angaben von Bräunig unter anderem auch das rückläufige Ergebnis im eigentlichen Bankgeschäft, vor Berücksichtigung des Aufwandes für Förderkredite. Dort sank der Gewinn im vergangenen Jahr von 1,66 auf rund 1,38 Milliarden Euro. Grund für den deutlichen höheren Nettoertrag waren mit 325 Millionen Euro außergewöhnlich hohe Erträge aus Beteiligungen und eine niedrige Risikovorsorge im Kreditgeschäft. Zu schaffen machen der Bank auch die Kosten für Regulierung, die sich im vergangenen Jahr auf 350 Millionen Euro summiert hätten.

Insgesamt hat die KFW im vergangenen Jahr Förderkredite im Volumen von 75,5 Milliarden Euro ausgereicht, davon 46 Milliarden Euro im Inland. In den ersten drei Monaten wurden weitere zehn Milliarden Euro neu zugesagt. 40 Prozent der Finanzierungen entfallen Bräunig zufolge auf den Umwelt- und Klimaschutz. Dieser Anteil soll weiter steigen.

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