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Im Kraftwerk Irsching wird weiter Strom produziert.
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Im Kraftwerk Irsching wird weiter Strom produziert.

Gaskraftwerk Irsching

Staat hält unrentables Kraftwerk am Netz

  • Steven Geyer
    VonSteven Geyer
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Eigentlich will Eon das Gaskraftwerk Irsching bei Ingolstadt stilllegen. Um aber die Versorgung gewährleisten zu können, übernimmt nun der Netzbetreiber Tennet die Anlage. Die Grünen rügen den Vertrag als „intransparente Klüngelei“.

Erstmals in Deutschland hält der Staat ein Kraftwerk am Netz, das der Betreiber als unwirtschaftlich stilllegen wollte. Um die Versorgung in Bayern zu sichern, läuft das Gaskraftwerk Irsching bei Ingolstadt per Sonderregelung weiter. Bis 2016 erhält der Stromnetzbetreiber Tennet die Betriebshoheit über die Blöcke 4 und 5, teile der bisherige Betreiber Eon am Freitag mit.

Eon hatte die 2010 ans Netz gegangene Anlage befristet stilllegen wollen, weil sie sich wegen des Einspeise-Vorrangs erneuerbarer Energie nicht rentiere. Dagegen hatte die Netzagentur Einspruch eingelegt, die um die Versorgungssicherheit bei schwacher Ökostrom-Einspeisung fürchtet – zumal 2015 das nahe AKW Grafenrheinfeld stillgelegt wird. Eon wollte für den unrentablen Weiterbetrieb von Irsching entschädigt werden.

Auf Vermittlung von Bayerns Landesregierung kam es zum Vertrag mit Netzbetreiber Tennet, der das Werk zur Netzstabilisierung ein- und abschalten kann. Eon und andere an Block 5 beteiligte Firmen, darunter die Frankfurter Mainova, erhalten dafür einen zweistelligen Millionenbetrag pro Jahr. Das Geld kommt nicht aus dem Landeshaushalt, sondern wird auf die Stromkunden umgelegt.

Möglicher Präzedenzfall

Offenbar fällt die Regelung nicht unter die geltende Verordnung, nach der das Bereithalten von Reservekraftwerken vergütet wird, der Betreiber aber keinen Strom mehr verkaufen darf. Eon scheint Irsching dagegen wieder selbst betreiben zu dürfen, wenn der Strom profitabel verkauft werden kann.

Das könnte zum Präzedenzfall für Kraftwerke werden, die zu Ökostrom-Spitzenzeiten preislich abgehängt werden – bei Flauten aber gebraucht werden. Die Grünen rügten den Vertrag als „intransparente Klüngelei“: „Es ist total unklar, welche Gelder Eon erhält“, sagte Energieexperte Oliver Krischer der FR. Die bei Lücken nötige Stromproduktion müsse offen versteigert werden.

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