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Ein Mitarbeiter der DB-Regio-Werkstatt in Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt), entfernt ein Graffiti an einem S-Bahn Waggon.

Deustche Bahn

Sprayer nutzen Streik aus

Die Zahl der Graffitis an Zügen der Bahn steigt sprunghaft. Auch die Übergriffe auf Mitarbeiter häufen sich.

Gewalt und Vandalismus in deutschen Bahnhöfen und Zügen haben im vergangenen Jahr deutlich abgenommen – dafür haben sich die Zahl der Übergriffe auf Bahnmitarbeiter und als eine Folge der Lokführerstreiks die Graffiti-Schmierereien stark erhöht. Dies geht aus dem Sicherheitsbericht 2014 hervor, den die Deutsche Bahn am Dienstag in Berlin vorgelegt hat. Der Konzern kündigte an, die Videoüberwachung an mehr als 100 Bahnhöfen auszubauen.

Der Bahn zufolge registrierte die Bundespolizei im vergangenen Jahr einen Rückgang der Fälle von Körperverletzung in allen Zügen und Bahnhöfen um sieben Prozent auf rund 13 650. Dies entspreche 37 Fällen täglich in allen Zügen und Bahnhöfen. Im Bundesland Niedersachsen, dessen Einwohnerzahl etwa der Zahl der täglich von der Bahn beförderten Kunden entspreche, liegt die Zahl der täglich registrierten Körperverletzungen demnach mit rund 145 fast vier Mal so hoch.

Die Zahl der Fälle von Vandalismus – etwa beschädigte Sitze, zerkratzte Scheiben oder zerstörte Fahrstühle – nahm laut Bahn ebenfalls um sieben Prozent auf 11 050 ab. Bereits im Jahr 2013 hatte es einen noch deutlicheren Rückgang um 30 Prozent gegeben.

Die Deutsche Bahn führt die Entwicklung auf eine verstärkte Präsenz der Sicherheitskräfte und spezieller Einsatzkräfte sowie die Nutzung von Videotechnik in Zügen wie etwa der S-Bahn München zurück, wie Bahn-Sicherheitschef Gerd Neubeck am Dienstag in Berlin sagte. Der materielle Schaden durch Vandalismus habe sich damit um zehn Prozent auf rund 27 Millionen Euro verringert.

Dagegen stieg die Zahl der mit Graffiti beschmierten Züge und Bahngebäude von 2013 auf 2014 um satte 25 Prozent auf 19 350 Taten. Der dadurch entstandene Schaden erhöhte sich um 23 Prozent auf 8,1 Millionen Euro. Die Bahn führte den sprunghaften Anstieg unter anderem auf die Lokführerstreiks Ende des Jahres zurück. Aufgrund der Ausstände sei es nicht möglich gewesen, viele Züge an den üblichen Anlagen abzustellen.

Ebenfalls einen deutlichen Anstieg um 25 Prozent verzeichnete die Bahn bei der Zahl der Übergriffe auf ihre eigenen Mitarbeiter. 2013 waren es demnach 1200 Fälle, 2014 dann 1500 Fälle. Als Konsequenz sollen die Täter härter bestraft werden und neben einem Hausverbot auch einen Beförderungsausschluss erhalten – damit werden sie vom Bahnfahren ausgeschlossen.

Anders als bei den Graffiti-Sprühereien und Übergriffen auf Mitarbeiter verzeichnete die Bahn bei den weiteren Delikten Rückgänge. So wurden im Jahr 2014 etwa 30 Prozent weniger Fahrkartenautomaten aufgebrochen als im Jahr 2013, durch die Aufbrüche von 380 Automaten sei ein Schaden von 6,7 Millionen Euro entstanden. Die Zahl der Hausfriedensbrüche verringerte sich demnach um 14 Prozent auf 5250 Fälle. Bei den Diebstählen von Buntmetall sank die Zahl der Fälle um 15 Prozent auf 1500 Taten.

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