Tipico und andere Unternehmen müssen sich um eine Lizenz bewerben.
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Tipico und andere Unternehmen müssen sich um eine Lizenz bewerben.

Sportwetten

„Die Zeit tickt“: Peter Beuth droht Sportwetten-Anbietern

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Hessen will gegen Sportwetten-Anbieter ohne Lizenz vorgehen.

Die Politik unternimmt einen neuen Anlauf, um den Wildwuchs bei Sportwetten-Anbietern zu begrenzen – und droht, deren Geschäft zu unterbinden. Künftig sollen nur noch Unternehmen diese Wetten anbieten dürfen, die zuverlässig sind, Spieler vor Suchtgefahr schützen und der Geldwäsche im Wettgeschäft vorbeugen.

Das müssen Tipico, BWin und die anderen Unternehmen nachweisen und sich dafür um eine Lizenz bewerben. Bundesweit zuständig ist das Regierungspräsidium Hessen.

Beuth warnt: „Die Zeit tickt für Sportwetten-Anbieter“ 

Der federführende hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) zeigte sich bei einer Debatte im Wiesbadener Landtag verärgert darüber, dass noch kein einziger Anbieter bisher den entsprechenden Antrag gestellt hat. Das sei „nicht zu ertragen“, sagte der Hesse. „Wir werden jedenfalls gegen jedes illegale Angebot konsequent vorgehen.“

Auch Sportwetten-Anbieter, die durch Fernsehwerbung und Sportsponsoring bekannt seien, müssten damit rechnen, „dass sie dann entsprechend ihre Werbung zurücknehmen müssen“. Beuth warnte: „Die Zeit tickt für die Anbieter.“

Bundesländer haben versucht, die Vielzahl der Sportwetten-Anbieter auf 20 zu verringern

In den vergangenen Jahren hatten die Bundesländer versucht, die Vielzahl der Anbieter auf 20 zu verringern, indem nur eine entsprechende Zahl von Lizenzen bereitgestellt wurde. Das Verfahren scheiterte jedoch, da nicht berücksichtigte Firmen mit Erfolg klagten.

Im März einigten sich die Ministerpräsidenten dann, auf eine quantitative Begrenzung zu verzichten und nur qualitative Kriterien anzulegen. Dies wird mit dem Glücksspielstaatsvertrag umgesetzt, den der Hessische Landtag am Ende der Debatte billigte.

Sportwetten-Anbieter: Streit zwischen Beuth und Rudolph

Die hessische SPD bezweifelte, dass der Minister seinen Worten nun Taten folgen lässt. „Sie haben die Backen aufgeblasen, Sie müssen liefern“, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Günter Rudolph. „Bisher ist nichts passiert, es wird alles geduldet.“

Beuth erwiderte, die SPD-geführten Länder hätten jahrelang eine vernünftige Lösung verhindert. SPD-Mann Rudolph räumte ein: „16 Bundesländer haben gemeinschaftlich versagt.“

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