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Spionage bei Apple und Amazon?

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Die USA erheben neue Spionagevorwürfe gegen die Chinesen. Diese sollen Computerplatinen manipuliert und so Server von Unternehmen und Behörden infiltriert haben. US-Präsident Trump kommt die Nachricht gerade recht.

Das chinesische Militär hat Berichten zufolge Spionagechips auf Computerplatinen geschmuggelt, die in Servern für Apple, Amazon, das US-Verteidigungsministerium oder den Geheimdienst CIA zum Einsatz kamen. Die Chips sollten eine Hintertür für Datenzugriffe öffnen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf US-Ermittler. Demnach haben chinesische Zulieferer die winzigen Bauteile auf Leiterplatten angebracht, die sie später an US-Firmen verkauft haben. Diese haben zwar dann ihre eigenen Chips draufgesteckt, die vorinstallierten Elemente aber wie vom Urheber gehofft übersehen. Wenn sich der Vorgang tatsächlich so abgespielt hat, handelt es sich um einen der dreistesten bisher aufgedeckten Fälle von Digitalspionage.

Server sind Netzrechner, die große Datenströme vieler Kommunikationsteilnehmer verarbeiten. Auf solchen Geräten sind beispielsweise Webseiten, E-Mails oder Cloud-Dateien gespeichert. Im Kern handelt es dabei jedoch um einen Computer, der mit gutem Netzanschluss und schneller Festplatte ausgestattet ist. Die Mikrochips befinden sich auf Trägerplatten aus stabilem Kunststoff, auf die Verbindungen als metallische Bahnen aufgedruckt sind – die Platinen. Der ganz überwiegende Teil dieser Leiterplatten kommt aus China, so wie überhaupt die Masse der Computerhardware. Wer den Datenverkehr auf dieser Ebene abzweigt, hat einzigartigen Zugriff auf Informationen direkt an der Quelle. Zugleich ist das aber auch enorm schwer zu bewerkstelligen.

Der Einbau von heimlichen Fernzugängen in IT-Produkte ist im Prinzip nichts Neues. Der amerikanische Enthüller Edward Snowden berichtete beispielsweise schon vor fünf Jahren, dass der US-Gemeindienst NSA routinemäßig Abhörchips in US-Technik einbaut, die in den Export geht. Darunter befanden sich Netzwerkschnittstellen des bekannten Anbieters Cisco. Tatsächlich enthält sogar eine ganze Generation von Internet-Routern des taiwanischen Herstellers Sercomm eine solche Hintertür; auch die Gerätereihe „Speedport“ der Telekom ist zum Teil davon betroffen.

Doch im Vergleich zu Aktionen, die fertige Endgeräte oder kommerzielle Software betreffen, greift die Manipulation der Hauptplatinen für Server wesentlich breiter. Dem Bloomberg-Bericht zufolge hat Supermicro, ein Unternehmen aus San Francisco, die Platinen aus China bezogen und im Auftrag von Server-Herstellern in zahlreiche Produkte eingebaut. Die Server wiederum landeten bei Behörden und Firmen. Apple und Amazon, zwei der wertvollsten Konzerne der Welt, bestreiten jedoch, jemals auf derartige Probleme aufmerksam geworden zu sein – obwohl sie dem Bericht zufolge schon seit drei Jahren mit Ermittlern bei der Aufklärung kooperieren. Damit steht hier Aussage gegen Aussage.

Auffällig ist der Zeitpunkt der Aufdeckung: US-Präsident Trump und China befinden sich in einem Handelsstreit. Die Ermittlungen waren bereits unter Präsident Obama eingeleitet worden. Der behielt sie unter Verschluss.

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