Gaming-Branche

Spielen statt Frust schieben

  • Thomas Magenheim-Hörmann
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Die Gaming-Branche profitiert von Corona – am beliebtesten: Fitnessspiele.

Die Corona-Pandemie hat Computerspiele zu Seelentröstern gemacht. So gibt jeder zweite Deutsche an, dass ihm oder ihr ohne digitales Daddeln die Decke auf den Kopf gefallen wäre. Ermittelt hat das der IT-Branchenverband Bitkom in einer Umfrage vor der weltgrößten Branchenmesse Gamescom, die ab nächstem Donnerstag wegen der Corona-Pandemie rein virtuell über die Bühne geht.

„Gaming wird ganz klar zu den Gewinnern der Krise gezählt“, stellt Bitkom-Präsidiumsmitglied Olaf May nach einer Befragung von knapp 1200 Gamern über 16 Jahren in Deutschland klar. Es werde aktuell deutlich mehr gespielt und auch mehr Geld dafür ausgegeben als 2019.

Im Schnitt eine Stunde länger und damit gut zweieinviertel Stunden werktäglich verbringen digitale Zocker nach eigener Einschätzung derzeit beim Spielen an Smartphone, Konsole oder anderen Geräten. An Wochenenden ist es noch mehr. Sie lassen sich das spürbar mehr kosten als vor dem Ausbruch der Pandemie. 24 statt zuvor 15 Euro monatlich geben Computerspieler derzeit für ihre Leidenschaft aus. Die 16- bis 29-jährigen sind mit einem Plus von 22 auf 34 Euro monatlich überproportional dabei.

Den größten Sprung in der Gunst der Zocker haben Fitness- und Bewegungsspiele wie Ring Fit oder Zumba gemacht, denen jetzt 49 Prozent aller Männer und 55 Prozent aller Frauen frönen. Vor Jahresfrist waren es im Schnitt erst 39 Prozent. Damit haben Fitnessspiele große Mehrspielerhits wie Fortnite oder World of Warcraft auf der Beliebtheitsskala überholt.

Stark haben aber auch Strategiespiele wie Age of Empires zugelegt, die zwei von drei Zockern spielen. Lernspiele, die im Zuge der Digitalisierung des Schulalltags gefördert wurden, haben ebenfalls von 41 auf 47 Prozent zugelegt. Absolut am gefragtesten sind einfache Gelegenheitsspiele wie Candy Crush, Angry Birds oder Online-Puzzles mit 73 Prozent Beliebtheit, die vor allem bei Senioren hoch im Kurs stehen.

Über alle Altersgruppen spielen rund 32 Millionen Deutsche, Frauen fast ebenso oft wie Männer. Bei den 16- bis 29-jährigen sind es drei von vier Bürgern.

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