Opel

Spiel mit dem Feuer

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Der Absatz bei Opel sinkt und die Antwort darauf ist eine Drosselung der Produktion und Kurzarbeit. Doch die Kostendisziplin kann den Autobauer in eine Abwärtsspirale führen, aus der er sich nicht mehr befreien kann.

Das Opel-Drama nimmt seinen Lauf. Im Rüsselsheimer Stammwerk wird die Fertigung massiv gedrosselt. In der Fabrik in Eisenach soll es im Oktober Kurzarbeit geben. Damit setzt sich ein Trend fort, der seit Monaten erkennbar ist. Opel und die britische Tochter Vauxhall verlieren zusehends Marktanteile.

Carlos Tavares, Chef der Konzernmutter PSA, zieht konsequent seinen Sparkurs durch. Wenn der Absatz sinkt, wird die Fertigung heruntergefahren. Es wird nicht auf Halde produziert. Auf dem deutschen Markt ist inzwischen auch Skoda an den Rüsselsheimern vorbei gezogen. Tavares nimmt das ohne Wimpernzucken hin. Ist er doch mit seinen drei anderen Marken (Peugeot, Citroën, DS) auf der Erfolgsspur. Die Anleger honorieren die Strategie des Vorstandes. Der Aktienkurs von PSA ist seit der Übernahme von Opel im August 2017 deutlich gestiegen.

Immer deutlicher wird, dass Tavares Opel ohnehin nur noch als Hülle für PSA-Autos nutzen will. Deshalb kann ihm ein Schrumpfen der hiesigen Standorte bis zu einem gewissen Punkt sogar ganz recht sein. Doch das ist ein Spiel mit dem Feuer. Mit der sogenannten Kostendisziplin kann der Autobauer nun in einen Teufelskreis geraten, der die traditionsreiche Marke immer weiter nach unten zieht, zumal das Marketing ohnehin nur noch auf Sparflamme läuft. Es droht ein Wegbrechen der Absatzbasis. Dabei hatte Tavares Opel vor allem wegen rund einer Million Kunden gekauft.

Bericht S. 16

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