Gastronomie

Sperren Wirte zu?

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Mehr Ruhetage, kleinere Speisekarte: Die Bundesregierung warnt vor dem Aus für Gaststätten – wegen fehlenden Fachpersonals

Die Bundesregierung warnt vor den Folgen eines Fachkräftemangels in der Gastronomie. „Folgen daraus können mehr Ruhetage, verringerte Öffnungszeiten, oder verkleinerte Angebote auf Speisekarten, aber auch Betriebsschließungen sein“, heißt es in der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt.

„Die Fachkräfteengpässe im Gastgewerbe können aus Sicht der Bundesregierung zum Hemmschuh für eine weitere gedeihliche Tourismusentwicklung werden. Das würde ländliche, oft strukturschwache Regionen besonders hart treffen.“ Gerade dort hätten Gaststätten auch eine soziale Funktion, etwa „als Begegnungsstätte für Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine“.

Laut der Bundesregierung ist die Zahl der Beschäftigten im Gastgewerbe zuletzt stetig angestiegen. Im Juni 2018 gab es in der Branche rund 1,1 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte – 1,9 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. Zudem waren in der Gastronomie rund 600 000 Minijobber beschäftigt. „Die Zahl der offenen Stellen und nicht besetzten Ausbildungsplätze im Gastgewerbe wächst ebenfalls“, so das Wirtschaftsministerium.

Die Arbeitsbedingungen in der Gastronomie, gerade auch für Azubis, sind im Vergleich zu anderen Branchen schlecht. Die Arbeitstage sind lang, der Umgangston ist oft rau und die Bezahlung unattraktiv.

Die Bundesagentur für Arbeit sieht im Gegensatz zur Bundesregierung in ihrer jüngsten Analyse allerdings weder regionale noch berufsspezifische Fachkräfteengpässe in der Gastronomie.

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