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Katastrophenhilfe

Spendenmuffel Konzerne

Firmen sind in Deutschland nur für ein Zehntel der Spenden verantwortlich. Insgesamt rangiert die Bundesrepublik auf Platz 18 der spendenbereiten Länder. Die gemeinnützige Organisation Phineo verlangt mehr Großzügigkeit.

Von Thomas Magenheim

„Es ist noch Luft nach oben“, stellt Andreas Rickert klar. Er ist Vorstand der Berliner Phineo, die gemeinnützige Organisationen prüft und sich als Brücke zwischen ihnen sowie der Wirtschaft versteht. Mit seinem vorsichtigen Appell meint der Phineo-Vorstand die Spendenbereitschaft deutscher Privatpersonen und speziell heimischer Unternehmen bei Naturkatastrophen wie jetzt in Japan. Seit zehn Jahren unverändert gut drei Milliarden Euro spenden Deutsche bei Naturkatastrophen jährlich. Gleichzeitig werden die Katastrophen immer häufiger, schlimmer und kostspieliger. Nur etwa ein Zehntel des Spendenaufkommens hierzulande entfällt auf Firmen, ergänzt der Vorstand des Deutschen Roten Kreuzes, Bernd Schmitz bedauernd.

Im Worldgiving-Index der die Spendenbereitschaft der Nationen auflistet und von Australien und Neuseeland angeführt wird, rangiert Deutschland auf Platz 18. Um das möglichst zu ändern, will Phineo hierzulande Bündnisse zwischen Hilfsorganisationen und Konzernen vermitteln. „Heute ist Startschuss mit der Allianz und dem Roten Kreuz“, sagt Rickert bei der Vorstellung des ersten Duos dieser Art.

Allianz steht mit Know-How zur Seite

Seitens der Allianz wird der Pakt von Vorstand Paul Achleitner präsentiert. Als professioneller Schadensregulierer könne die Allianz auch mit Know-how zur Seite stehen, sagt Achleitner. Wie nötig das ist, weiß er aus Erfahrung. „Ich habe jetzt sieben Jahrhundertereignisse erlebt“, sagt der Manager mit Blick auf jüngste Naturkatastrophen. Deren Anzahl habe sich binnen 30 Jahren von weltweit jährlich knapp 400 auf gut 900 mehr als verdoppelt und auch der davon verursachte volkswirtschaftliche Schaden von 50 auf 130 Milliarden Dollar erhöht. Knapp ein Drittel davon war versichert, in Entwicklungsländern gar nur ein Prozent. Dort schlagen aber 90 Prozent aller Naturkatastrophen zu. Insofern ist 2011 mit der Apokalypse in Japan, dem Erdbeben in Neuseeland und den Überschwemmungen in Australien außergewöhnlich.

Selbst das reiche Japan brauche jetzt Geldspenden, betont Schmitz. Das dortige Rote Kreuz habe einen solchen Hilferuf abgegeben. Andererseits ist Japan eine medienwirksame Katastrophe. Die haben zur Folge, dass Helfer dann oft schier in Spendengeld ertrinken, andere Großkatastrophen „ohne CNN-Effekt“, wie sich Phineo ausdrückt, aber darben müssen. So habe ein Erdbeben in China 2008 fast 46 Millionen Menschen hilfsbedürftig gemacht. Global gespendet worden sind bescheidene 93 Millionen Dollar. Beim Tsunami in Südostasien 2004 waren es 1,8 Millionen Betroffene und fast vier Milliarden Dollar Spendengelder.

Phineo ruft deshalb Unternehmen aber auch Privatpersonen zu strategischem Spenden auf und hat dafür zusammen mit der Allianz einen auch per Internet (www.phineo.org) abrufbaren Ratgeber entwickelt. Empfohlen wird, mittels Spendensiegeln wie dem des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) eine seriöse Organisation als Empfänger auszuwählen und dann Geld, nicht Sachspenden, ohne Zweckbindung zu geben.

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