Strafzinsen

Sparen wird teuer

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Auch die Deutsche Bank erwägt, Strafzinsen auf Kundeneinlagen zu erheben.

Insbesondere für vermögendere Bankkunden wird es in Zukunft schwieriger werden, ihr Erspartes vor Negativzinsen zu schützen. Am Mittwoch erklärte nun auch das größte deutsche Geldhaus - die Deutsche Bank -, Strafzinsen in Betracht zu ziehen. „Wir erwägen über alle unsere Geschäftsbereiche hinweg, negative Zinsen an die Kunden weiterzugeben, wo es klug und vernünftig und auch legal ist“, sagte Finanzvorstand James von Moltke in einem Interview mit Bloomberg TV. Die Bank befinde sich dazu in Kundengesprächen, „speziell in unserer Unternehmensbank, aber auch in der Privatbank – mit dem Konzept, dass es ab einem bestimmten Niveau angemessen ist, negative Zinsen weiterzugeben.“

Laut dem Finanzportal Biallo kassieren inzwischen mindestens 35 Banken und Sparkassen von den Instituten oft als „Verwahrentgelt“ bezeichnete Strafzinsen auf Einlagen von Privatkunden - oft ab einer Schwelle von 500.000 Euro, teils aber schon ab 100.000 Euro. Im Geschäftskundenbereich sind es laut Biallo sogar 127 Institute, die hohe Kundeneinlagen mit Strafzinsen belegen. Viele weitere Institute überlegen, Negativzinsen einzuführen. Die Institute reagieren damit darauf, dass sie der Europäischen Zentralbank Zinsen zahlen müssen, wenn sie Geld bei ihr parken.

Die Deutsche Bank legte am Donnerstag ein schwaches Ergebnis für das dritte Quartal vor. Die Bank befindet sich zwar - erneut - mitten in einem Umbauprozess, so dass niemand ein Jubelergebnis erwartet hatte. Doch die Bank vermeldete in allen Geschäftssegmenten der Kernbank deutlich schlechtere Ergebnisse als im Vorjahresquartal: Im Investmentbanking sank der Gewinn vor Steuern um 73 Prozent, in der Privatkundenbank um 22 Prozent, in der Unternehmensbank sowie in der Vermögensverwaltung um jeweils 27 Prozent.

Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Verlust von 942 Millionen Euro, von Januar bis Ende September ist ein Minus von 4,1 Milliarden Euro angefallen. Die Aktie der Deutschen Bank verlor am Mittwoch zeitweise mehr als sieben Prozent.

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