+
Ein Drittel der Deutschen spart nicht regelmäßig.

Anlage-Tipps

Anlage-Tipps: Wohin mit dem Gesparten?

Tagesgeld, Festgeld, Aktionsfonds, Gold: Die FR gibt einen Überblick über Anlageformen und die jeweils zu erwartende Rendite.

  • Sie haben Geld übrig?
  • Die wichtigsten Anlagetipps
  • Tipps zur richtigen Geldanlage

Wer ein wenig Geld angespart hat oder durch ein Erbe auf einmal über einen größeren Betrag verfügt, muss entscheiden, was er damit macht. Auf dem Girokonto herumliegen lassen? Dann besteht die Gefahr, dass es wahrscheinlich doch schneller ausgegeben wird als eigentlich gewollt – und auch wenn nicht: Größer wird der Geldbetrag dadurch nicht. Im Gegenteil. Durch die Inflation ist das Gesparte schon in ein paar Jahren weniger wert.

Es braucht also eine Strategie. Je nach Risikoneigung kann diese unterschiedlich ausfallen. Es gibt die Möglichkeit, das Geld sehr sicher zu parken und nur ein paar mickrige Zinsen zu bekommen oder den Betrag in risikoreichere Anlagen zu stecken und dafür größere Chancen auf mehr Rendite zu haben. Generell gilt: Nicht auf eine einzige Geldanlageform setzen, sondern das Vermögen streuen und zuvorderst alle Schulden tilgen, bevor das Geld in Anlagen gesteckt wird. Wir geben einen Überblick von Tagesgeld bis Aktienfonds.

Sparen - Tagesgeld

Tagesgeld  zählt zu den sehr sicheren Anlagen. Alles, was hierzulande auf einem Tagesgeldkonto liegt, ist durch die deutsche Einlagensicherung geschützt. Das heißt, dass der Bankkunde selbst im Falle einer Pleite des Geldhauses sein Geld bis zu einer Höhe von 100 000 Euro zurückbekommt. Der Kontoinhaber kann außerdem jederzeit Geld entnehmen, gleichzeitig ist die Verlockung nicht so groß, das Geld für weniger Wichtiges auszugeben, wenn es nicht auf dem Girokonto liegt, das alltäglich in Gebrauch ist. Zinsen gibt es zwar nur in sehr geringem Umfang, aber immerhin mehr als auf dem Girokonto. „Tagesgeld eignet sich, um für Notfälle etwas auf der hohen Kante zu haben“, sagt Annabel Oelmann, Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen.

Die Rendite beträgt Null bis 0,2 Prozent auf eine Anlagesumme von 10 000 Euro bei Banken mit deutscher Einlagensicherung. Nach einem Jahr würde die Rendite also maximal 20 Euro betragen. Bei ausländischer Einlagensicherung etwas mehr.

Sparen - Festgeld

Festgeld  funktioniert ähnlich wie Tagesgeld, mit dem Unterschied, dass das Geld für die Laufzeit gebunden ist und der Kunde in dieser Zeit keinen Zugriff darauf hat. Dafür gibt es etwas mehr Zinsen. Das Geld ist ebenfalls durch die deutsche Einlagensicherung geschützt. „Als Anlagezeitraum empfehle ich aber maximal drei Jahre“, sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung. „Falls es doch irgendwann wieder höhere Zinsen gibt, besteht nicht die Gefahr, dass man nicht an das Geld herankommt und zu besseren Konditionen wieder anlegen kann.“

Die Rendite beträgt 0,01 bis 0,85 Prozent auf eine Anlagesumme von 10 000 Euro bei Banken mit deutscher Einlagensicherung und einem Anlagezeitraum von drei Jahren. Die Rendite beträgt in diesem Fall maximal 255 Euro (Quelle: FMH Finanzberatung).

Sparen - Aktienfonds

Aktiv gemanagte Aktienfonds  werden häufig von Bankberatern empfohlen. Ein Fondsmanager investiert in eine Reihe von Wertpapieren und nicht nur in eine einzelne Aktie, damit wird das Risiko per se gestreut. Die durchschnittliche Rendite ist hier eine höhere als bei Tagesgeld oder Festgeld, gleichzeitig aber auch das Risiko Geld zu verlieren. „Schwankungen von plus minus fünf Prozent kann ein Fonds jederzeit machen“, sagt Oelmann. Das müsse man aushalten können. „Bekommt jemand davon schlaflose Nächte: Finger weg“, rät sie. Ansonsten gilt es einen ausreichend langen Anlagezeitraum einzuplanen. Wenn das Geld beispielsweise für die Altersvorsorge gedacht ist, sollte ein schrittweiser Ausstieg rechtzeitig geplant werden, damit das Geld nicht gerade dann gebraucht wird, wenn es am Markt schlecht läuft. Zu bedenken ist auch, dass durch den Fondsmanager Kosten entstehen.

Die Rendite beträgt durchschnittlich 7,6 Prozent bei einer Einzahlung von 100 Euro monatlich auf einen globalen Aktienfonds über die vergangenen zehn Jahre (Gesamtbetrag der Einzahlung 12 000 Euro). Das Plus betrüge 5722 Euro inklusive Kosten und Ausgabeaufschlag (Quelle: Bundesverband Investment und Asset Management).

Sparen - Exchange Traded Funds

ETF  ist die Abkürzung für Exchange Traded Funds, es handelt sich dabei um börsengehandelte Indexfonds. Der Unterschied zu aktiv gemanagten Fonds ist, dass der ETF einfach einen Index, wie etwa den Deutschen Aktienindex Dax, nachbildet. Es ist also kein Fondsmanager nötig. Dadurch sinken die Kosten. Es fällt kein Aufgabeaufschlag an und die Verwaltungsgebühren sind geringer. Neben dem Dax gibt es auch weitere Indizes, wie den MSCI World, der über 1600 Einzeltitel weltweit umfasst. „Gerade für Einsteiger eignet sich ein solch weltweit gestreuter Fonds am besten“, sagt Oelmann von der Verbraucherzentrale. Durch eine solch breite Streuung verringert sich auch das Risiko. Wenn ein Titel schwächelt, können genügend andere Titel diesen Verlust auffangen. Wie aber auch bei den aktiv gemanagten Fonds gilt: Es sollte ein ausreichend langer Anlagezeitraum gewählt werden, damit Schwankungen am Markt ausgesessen werden können. Diese gibt es natürlich auch bei ETF. Und ein weiterer Haken bleibt: Da Fondsmanager nichts an dieser Anlageart verdienen, bieten Banken oder Sparkassen in der Regel keinen ETF von sich aus an. Anleger müssen sich also selber schlau machen und ein Depot eröffnen.

Die Rendite beträgt durchschnittlich 8,7 Prozent pro Jahr auf den MSCI World von 1975 bis 2018, maximaler Verlust von August 2000 bis März 2003: minus 54 Prozent (Quelle: Finanztip).

Sparen - Aktien

Einzelne Aktien  zu kaufen ist sehr risikoreich. „Hier ist die Grundregel der Geldanlage, breit zu streuen, nicht gegeben“, sagt Oelmann. Deshalb sei diese Anlageform für den Kleinanleger wenig geeignet. Wenn das Unternehmen, von dem der Anleger Aktien gekauft hat, Probleme hat, spürt dies der Anleger direkt und muss Verluste in Kauf nehmen.

Die Renditeerwartung lässt sich nicht pauschalisieren. Weltweit sind an den Börsen über 51 000 Unternehmen gelistet.

Für die Rente vorsorgen: So gelingt die Altersvorsorge mit Aktien*

Sparen - Gold

Gold  zählt ebenso wie einzelne Aktien zu den sehr risikoreichen Anlagen. „Ich rate dringend davon ab, nur auf einen Rohstoff zu setzen“, sagt Oelmann. Das sei das gleiche Spiel wie bei Einzelaktien: „Wenn ich Gold als Kleinanleger irgendwo mit abbilden will, dann würde ich höchstens auf einen Mischfonds zurückgreifen, der einen Goldanteil enthält“, so die Expertin.

Zwischen 1990 und 2000 lag die Rendite bei minus 2,6 Prozent, in den Folgejahren von 2000 bis 2018 bei plus 7,4 Prozent (Quelle: Finanztip).

Von Theresa Dräbing

Sie wollen früher in Rente? Mit diesem Trick wird der Traum von der Rente mit 63 schnell Wirklichkeit

* fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare