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"Noch nie hat ein Sparer auch nur einen Groschen verloren", versichert der Bundesverband BVR.

Garantiefonds

Sparbuch mit Vollkaskoversicherung

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Einlagen bei deutschen Banken sind durch Hilfsfonds gesichert. Verluste drohen bei ausländischen Instituten.

Hamburg. Anfang der dreißiger Jahre reagierten die genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken am schnellsten: Als Antwort auf den Schwarzen Freitag an der Wall Street 1929 gründeten sie einen Hilfsfonds zum Schutz ihrer Sparer.

Auch heute noch setzen die Genossen auf die Insolvenzsicherheit ihrer Institute - statt auf die Auszahlung des einzelnen Kunden nach einem Bank-Bankrott. Ihr Rettungsboot ist aus einem Garantiefonds gezimmert, der notfalls rasche Hilfe für ein angeschlagenes Institut leistet - so vor einigen Jahren für die legendäre Frankfurter Ökobank. "Noch nie hat ein Sparer auch nur einen Groschen verloren", versichert der Bundesverband BVR.

Auch im Sparkassensektor zielt der Hilfsfonds auf das Überleben der Institute - wodurch indirekt alle Spargroschen Vollkasko versichert sind. Ältere Einlagen sichert die staatliche Gewährträgerhaftung, mit der Gemeinden und Städte bis Juli 2005 für ihre Sparkassen hatten geradestehen müssen. Seit zwei Jahren werden Ersparnisse durch ein neues Sicherungssystem der Sparkassen geschützt. "Dies bedeutet, dass sämtliche Einlagen unserer Kunden in voller Höhe gesichert sind", sagt ein Sparkassensprecher.

Millionenguthaben sind gedeckt

Einen anderen Weg gingen die meisten der rund 500 privaten Kreditinstitute: Erst 1974, nach der spektakulären Pleite des Bankhauses Herstatt, sorgte heftiger politischer Druck für den Aufbau einer umfassenden Einlagensicherung in der Bankwirtschaft.

Der Banken-Hilfsfonds sichert heute jeden Sparer ab - und zwar bis zu einer Höhe von 30 Prozent des Eigenkapitals der insolventen Bank. Im Normalfall ist daher jedes Sparguthaben mindestens bis zu mehreren Millionen Euro gedeckt. "Selbst Kunden kleinerer Institute", so ein Sprecher des Bundesverbandes deutscher Banken, "befinden sich damit auf der sicheren Seite." Gedeckt sind auch Namensschuldverschreibungen, nicht jedoch Inhaberpapiere einer Bank.

Vorsicht ist bei Instituten aus anderen EU-Ländern angeraten. Häufig locken sie mit hohen Zinssätzen, die Einlagen sind aber oft nur zu 90 Prozent, maximal 20 000 Euro, durch eine EU-Richtlinie versichert.

In gleichem Umfang schützt die Brüsseler Richtlinie auch die Spargroschen bei inländischen "freien" Banken, die nicht der Einlagensicherung des privaten Bankenverbandes angehören. Im Auftrage des Bundesfinanzministeriums organisiert der Bankenverband für diese Außenseiter die "Entschädigungseinrichtung deutscher Banken".

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