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Elon Musk gegen Jeff Bezos: Milliardäre liefern sich Kleinkrieg vor den Gerichten

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Von: Tanja Koch

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Elon Musk hatte Jeff Bezos vorgeworfen, sich gegen rechtmäßige Auftragsvergaben aufzulehnen. Nun hat Blue Origin ein Dokument veröffentlicht, das alle Klagen durch auflistet.

Hawthorne - Es war nicht das erste Mal, dass SpaceX-Gründer Elon Musk auf der Code Conference am Dienstag, 28. September, Jeff Bezos und dessen Raumfahrt-Unternehmen Blue Origin anging. Schon mehrmals zuvor hatte er dem Amazon-Gründer vorgeworfen, ungerechtfertigt Klagen gegen die Nasa oder die Regierung einzureichen.

Etwa hatte Blue Origin Schritte gegen eine Auftragsvergabe-Entscheidung der Nasa zugunsten von SpaceX eingeleitet sowie von der US-Handelskommission gefordert, Starlink-Pläne wegen angeblicher Regelverstöße abzulehnen.

„Es scheint so, als sei Bezos von seinem Job als CEO bei Amazon zurückgetreten, um in Vollzeit Klagen gegen Space X einzureichen“, schrieb Musk damals bei Twitter. Auf der Code Conference am Dienstag erneuerte er seine Kritik: „Du kannst dir den Weg zum Mond nicht erklagen, egal wie gut deine Anwälte sind“, sagte Elon Musk am Dienstag.

Jeff Bezos veröffentlicht 13-seitiges Dokument: Auch SpaceX nutzt rechtliche Schritte

Nun hat Jeff Bezos offenbar genug. Um zu zeigen, dass Elon Musk selbst häufig versucht, SpaceX mithilfe von Klagen Vorteile zu verschaffen, schickte Amazon dem Technik-Magazin „The Verge“ eine 13 Seiten lange Liste aller Gerichtsverfahren und Petitionen gegen Regierungsentscheidungen und Auftragsvergaben.

Offenbar nutzt auch SpaceX-Chef Elon Musk rechtliche Schritte, wenn er mit Auftragsvergaben und Entscheidungen nicht einverstanden ist.
Offenbar nutzt auch SpaceX-Chef Elon Musk rechtliche Schritte, wenn er mit Auftragsvergaben und Entscheidungen nicht einverstanden ist. © Patrick Pleul / dpa

„Anbei sende ich eine Liste aller Fälle, in denen SpaceX die US-Regierung aufgrund von Auftragsvergaben verklagt oder sich gegen diverse Entscheidungen der Regierung aufgelehnt hat“, erklärte ein Sprecher von Amazons Kommunikationssatelliten-Projekt Project Kuiper. „Vor diesem Hintergrund erscheinen die jüngsten Äußerungen von SpaceX über rechtliche Schritte durch andere Unternehmen ungewöhnlich.“

Die Punkte auf der Liste reichen teilweise zurück bis ins Jahr 2004, als das Raumfahrt-Unternehmen SpaceX gerade seine ersten Schritte machte. Die neuesten Punkte in der Liste sind auf Juni und August 2021 datiert.

„Wir können dem Statement von Amazon voll und ganz zustimmen“, erklärte ein Sprecher von Blue Origin per E-Mail gegenüber The Verge. „SpaceX sollte sich aufgrund seiner eigenen häufigen Einsprüche und Klagen gegen die NASA und die U.S. Air Force sehr wohl darüber bewusst sein, dass solche Schritte bei staatlichen Auftragsvergabeverfahren gängige Praxis sind.“

Elon Musk reagierte via Twitter auf die Veröffentlichung der Liste. SpaceX habe geklagt, um den Wettbewerb zu erhalten, um konkurrieren zu dürfen. Blue Origin hingegen klage, um Wettbewerb zu unterbinden.

Blue Origins nächster Flug ins All steht kurz bevor

Nachdem bereits Jeff Bezos gemeinsam mit seinem Bruder Mark, einer früheren US-Pilotin und einem 18-jährigen Niederländer einen kurzen Ausflug ins All unternommen hatte, will seine Raumfahrtfirma Blue Origin am 12. Oktober die nächsten Tourist:innen ins All transportieren.

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Insgesamt werden vier Passagier:innen an Bord sein, darunter der frühere Nasa-Ingenieur Chris Boshuizen und der Unternehmer Glen de Vries. (Tanja Koch)

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