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Sozialstaat hat seinen Preis

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Von: Stefan Sauer

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49,7 Prozent der Arbeitskosten eines alleinstehenden Durchschnittsverdieners entfielen 2017 in Deutschland auf Steuern und Abgaben. Diese am Donnerstag publizierte Zahl markiert nicht nur den zweithöchsten Wert unter den Mitgliedern der Industrieländerorganisation OECD, sondern im Vergleich zu 2016 auch einen Anstieg um 0,1 Punkte.

49,7 Prozent der Arbeitskosten eines alleinstehenden Durchschnittsverdieners entfielen 2017 in Deutschland auf Steuern und Abgaben. Diese am Donnerstag publizierte Zahl markiert nicht nur den zweithöchsten Wert unter den Mitgliedern der Industrieländerorganisation OECD, sondern im Vergleich zu 2016 auch einen Anstieg um 0,1 Punkte.

Diese Daten legen eines nahe: In Deutschland ist Arbeit aufgrund hoher Steuern und Abgaben besonders teuer, weshalb die Belastung sinken muss. So jedenfalls lautet die Argumentation der Arbeitgeberverbände seit Jahren.

Stichhaltig ist sie nicht. Erstens tragen nicht die Firmen den Löwenanteil besagter 49,7 Prozent, sondern die Beschäftigten. Sie allein zahlen Einkommenssteuer sowie mehr als die Hälfte der Sozialbeiträge, während die Arbeitgeber lediglich für Sozialbeiträge in Höhe von 19,4 Prozent des sozialversicherungspflichtigen Einkommens ihrer Beschäftigten aufkommen.

Zweitens fällt der Steuer- und Abgabenanteil bei anderen Haushaltstypen weitaus geringer aus. Für eine vierköpfige Durchschnittsfamilie mit einem Verdiener liegt sie in Deutschland bei 34,5 Prozent – und damit niedriger als in Frankreich, Israel, Belgien oder Finnland.

Drittens muss berücksichtigt werden, welche Leistungen den Sozialabgaben gegenüber stehen. Denn Qualität hat schließlich ihren Preis.

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