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Kommentar zu Starbucks

Sozialschmarotzertum auf hohem Niveau

  • Daniel Baumann
    VonDaniel Baumann
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Starbucks nutzt Straßen, um seine Filialen zu beliefern. Es stellt Personal ein, das zur Schule gegangen ist. Seine Coffee-to-Go-Becher landen bestenfalls in öffentlichen Mülleimern. Und dennoch bezahlt Starbucks keine Steuern.

Geht es noch heuchlerischer, noch peinlicher? Gleich zu Beginn seines Schreibens an die Aktionäre im letzten Geschäftsbericht stimmt Starbucks-Chef Howard Schultz das hohe Lied auf die Werte des Unternehmens an. Starbucks habe nicht nur einen Rekordgewinn erzielt, sondern mal wieder das Gleichgewicht zwischen Profit und sozialer Verantwortung gewahrt.

Nur der britische Finanzminister, der hat weder vom Gewinn noch von der hochgelobten sozialen Verantwortung etwas gemerkt. Denn Starbucks hat auch für das vergangene Geschäftsjahr kein Geld in das Steuersäckel des Ministers einbezahlt.

Mit der Steuervermeidungsstrategie, die auch Deutschland betrifft, verhält sich Starbucks parasitär. Das Unternehmen nutzt Straßen, um seine Filialen zu beliefern. Es stellt Personal ein, das zur Schule gegangen ist. Seine Coffee-to-Go-Becher landen bestenfalls in öffentlichen Mülleimern. Das sind nur einige der Leistungen, die Starbucks zugutekommen, und für die der Staat bezahlt hat.

Doch wenn das Unternehmen Gewinne macht, dann enthält es dem Staat seine ihm zustehenden Steuern vor. Das ist Sozialschmarotzertum auf besonders hohem Niveau. Die Regierungen dürfen sich das nicht mehr länger gefallen lassen. Und wer seine Steuern brav bezahlt, der fängt vermutlich auch langsam an, sich zu überlegen, bei was für einem Unternehmen er eigentlich seinen Kaffee trinkt.

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