Weltwirtschaft

Sorge um Stabilität des Finanzsystems

Die Vereinten Nationen sehen Risiken, die die Wirtschaftsstabilität weltweit bedrohen.

Die Weltwirtschaft ist nach einer neuen Analyse der Vereinten Nationen (UN) mit Risiken konfrontiert, die die Finanzstabilität bedrohen. Niedrige Zinsen in Industrieländern und hohe Kreditaufnahmen in einigen aufstrebenden Volkswirtschaften führten zu hohen Verschuldungen, schreibt das Sekretariat der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) zusammen mit anderen UN-Organisationen in einem ersten Ausblick auf die Weltwirtschaft 2020.

„Erhöhte Schuldenstände sind nicht nur an sich ein Risiko, sie reduzieren auch die Widerstandsfähigkeit einer Volkswirtschaft gegenüber Schocks“, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.

Krisenszenario skizziert

Die Weltwirtschaft wird nach Einschätzung der Experten im laufenden Jahr um 2,5 Prozent wachsen. Denselben Wert nannte auch die Weltbank vergangene Woche. 2019 sei die Weltwirtschaft nur mit 2,3 Prozent gewachsen, so schwach wie seit der Finanzkrise 2008/2009 nicht mehr. Die Unctad hält ein Szenario für möglich, in dem Investoren sichere Häfen suchen, der Wert des Dollars und die Zinsen steigen, Firmen und Privathaushalte bei Umschuldungen in Schwierigkeiten geraten, die Zahl der Insolvenzen steigt und Vermögenswerte schrumpfen.

Zusätzlich drohe die Gefahr weiterer Handelsspannungen. Das erschwere den Kampf gegen die Armut und um fair bezahlte Arbeitsplätze ebenso wie Anstrengungen zur Energiewende, so die Unctad.

Die 1964 in Genf gegründete Unctad setzt sich als UN-Organisation besonders für die Belange der Länder mit kleinen und mittleren Einkommen ein. (dpa)

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