Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hotelmitarbeiter bei der Arbeit - in der Branche erhalten viele nur den Mindestlohn.
+
Hotelmitarbeiter bei der Arbeit - in der Branche erhalten viele nur den Mindestlohn.

Lohn-Entwicklung

So soll der Mindestlohn steigen

  • VonStefan Sauer
    schließen

Der Mindestlohn wird zum Jahreswechsel 2018/19 wohl deutlich steigen. Grundlage der Erhöhung ist die Entwicklung der Tarifverträge.

Der gesetzliche Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro pro Stunde wird zum Jahreswechsel 2018/2019 voraussichtlich auf 9,19 Euro angehoben. Dies geht aus Daten des Statistischen Bundesamts zur Lohnentwicklung in den vergangenen beiden Jahren hervor. Danach stiegen die Tariflöhne, die für die Höhe des Mindestlohns maßgeblich sind, zwischen Dezember 2015 und Dezember 2017 durchschnittlich um 4,8 Prozent. Grundlage ist der Tarifindex, in den rund 700 Tarifverträge aus dem gesamten Bundesgebiet einfließen. 

Für die Festlegung des Mindestlohns ist zwar eine Expertenkommission zuständig, die aus je drei stimmberechtigten Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern sowie zwei beratenden Wissenschaftlern gebildet wird. Allerdings kann die Kommission, die im Juni die Mindestlohnhöhe für die Jahre 2019 und 2020 ermitteln wird, von der Tariflohnentwicklung nur wegen besonderer gravierender Gründe der Konjunktur- und Arbeitsmarktmarktentwicklung abweichen.

Solche Gründe – etwa ein starker Einbruch des Wirtschaftswachstums oder zunehmende Erwerbslosenzahlen – sind weit und breit nicht in Sicht. Außerdem erfordert ein Abweichen vom Tarifindex eine Zweidrittelmehrheit der Kommission. Insofern handelt es sich bei den genannten 9,19 Euro nicht bloß um eine vage Prognose, sondern um eine verlässliche Orientierungsgröße.

Das Zustandekommen der neuen Mindestlohnhöhe ist in diesem Fall etwas kompliziert. Ein Plus von 4,8 Prozent würde – bezogen auf den bisherigen Mindestlohn von 8,84 Euro – eigentlich eine Erhöhung um 42 Cent auch 9,26 Euro bedeuten. In der aktuellen Berechnung haben die Statistiker aber nicht 8,84 sondern 8,77 Euro zugrunde gelegt, woraus sich ein Plus von 42 Cent auf 8,19 Euro ergibt. 

Ursache ist ein Tarifvertrag im Öffentlichen Dienst, der zum Zeitpunkt der letzten Mindestlohnfestsetzung Mitte 2016 zwar schon abgeschlossen und gültig, aber noch nicht rückwirkend ausgezahlt worden war. Gleichwohl wurde dieser Abschluss bereits in der damaligen Mindestlohnberechnung einkalkuliert, so dass man anstatt auf 8,77 auf 8,84 Euro kam. Da diese Erhöhung nicht zweimal berücksichtigt werden kann, wird sie nun wieder herausgerechnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare