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Patrick Scholl, Simon Staffa und Lukas Braisz haben mit ihrer Firma Novapace eine smarte Einlegesohle entwickelt.

Gründerpreis

Smarte Einlegesohle für Parkinsonkranke

Kreative Ideen, mutige Entscheidungen, soziale Wirkung: Der Hessische Gründerpreis zeichnet besondere Gründerinnen und Gründer aus. Die Frankfurter Rundschau stellt als Medienpartner die Finalisten vor. Diesmal: Novapace.

Patrick Scholl, Simon Staffa und Lukas Braisz haben mit ihrer Firma Novapace eine smarte Einlegesohle entwickelt. Sie soll Parkinsonerkrankten dank Datenanalyse dabei helfen, einen sicheren Gang zu erlernen.

Wer braucht Sie?
Wir werden von Parkinsonerkrankten gebraucht, die Gangprobleme im Alltag haben- und das sind erstaunlich viele.

Warum haben Sie gegründet?
Weil wir auf dem Markt für Parkinson-Hilfsmittel eine Lücke entdeckt haben und wir uns sicher sind, dass wir genau diese Lücke schließen können. Selbstverständlich gibt es Rollstühle, Rollatoren und Gehstöcke. Was jedoch fehlt, sind Hilfsmittel, die deutlich früher unterstützen: Genau dann, wenn die ersten Symptome auftreten.

Eine smarte Einlegesohle - wie verhindern Sie eigentlich Hackerangriffe?
Verhindern können wir Hackerangriffe natürlich nicht. Wir können aber dafür sorgen, dass potenzielle Hacker keine verwertbaren Daten vorfinden. Bei Nutzung der Sohle werden die Bewegungsdaten verschlüsselt übertragen und anschließend anonymisiert ausgewertet und gespeichert. Dabei halten wir uns selbstverständlich an die gesetzlichen Datenschutz-Anforderungen, die insbesondere für Medizinprodukte besonders hoch sind.

Wer hat in Sie investiert/wer nicht?
Bisher wurden wir vor allem durch das Exist-Gründerstipendium, einem Förderprogramm von BMWi und dem ESF der EU gefördert. Private Investoren haben bis jetzt noch nicht in uns investiert.

Was war die größte Hürde?
Die größte Hürde ist für uns nach wie vor die sowohl zeitlich als auch finanziell sehr aufwendige Zulassung als Medizintechnik-Produkt.

Wo brennt es im Betrieb?
Zurzeit wechseln wir bei unseren Prototypen zu einer leistungsstärkeren Elektronik, werten parallel dazu Messdaten einer Studie aus und stecken in der Planung der nächsten, größer angelegten Studie. Wir haben also mit technischen Weiterentwicklungen und Anwendertests alle Hände voll zu tun.

Was ist der große Traum?
Nicht nur Parkinsonerkrankte, sondern auch Betroffene anderer Erkrankungen nachhaltig in ihrem Gangtraining im Alltag zu unterstützen und so Sturzrisiken zu minimieren.

Das sagt die Jury:
Interessantes Medizinprodukt mit potenziell hohem Nutzen für betroffene Patienten. Innovative Idee für sehr frühes Krankheitsstadium.

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