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Auf der Sportartikelmesse ispo in München zeigen Puppen Kleidung für Snowboardfahrer. Im bisher schneearmen Winter schrumpfen jedoch die Umsätze.
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Auf der Sportartikelmesse ispo in München zeigen Puppen Kleidung für Snowboardfahrer. Im bisher schneearmen Winter schrumpfen jedoch die Umsätze.

Sportfachhandel

Skateboard statt Ski

  • Thomas Magenheim-Hörmann
    VonThomas Magenheim-Hörmann
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Der schneearme Winter setzt dem Sportfachhandel zu. Wer die Zeichen der Zeit erkannt hat, ist im Winter auf Skateboards und Fahrräder umgestiegen.

Das Wortspiel ist ein bisschen plump, aber bedeutungsschwer. „Intersport steht zum Wintersport“, sagte Jochen Schnell am Rande der Münchner Sportartikelmesse Ispo. Das begleitende Lächeln des Vorstandes des Heilbronner Sportfachhandelsverbands fiel jedoch gequält aus. Seine Mitgliedsfirmen hat der späte Schneefall in dieser Saison ebenso erwischt wie die gesamte Branche. Im Dezember, dem traditionell verkaufsstärksten Handelsmonat, sind die Umsätze 2015 nochmal um acht Prozent geschrumpft. Dabei war schon der Dezember 2014 für Wintersportartikel schlecht. Für das ganze Jahr 2015 blieb dann nur noch ein mageres Umsatzplus von einem Prozent auf knapp 2,9 Milliarden Euro.

Damit bleibt Intersport vor dem hessischen Konkurrenzverband Sport 2000 und dessen hierzulande 1,8 Milliarden Euro Umsatz zwar klar der größte Fachhandelsverband. „Aber schneien lassen kann ich es auch nicht“, merkte Intersport-Chef Kim Roether bedauernd an. Und der Klimawandel verspricht für die Zukunft auch nicht gerade mehr Schnee. Zugleich stehen Wintersportartikel in einem normalen Winter im Sportfachhandel für etwa 15 Prozent des gesamten Jahresgeschäfts, weshalb ein Rückzug aus dem Segment keine wirkliche Option ist.

Um die Lage in den Griff zu bekommen, setzt Intersport auf Skiverleih und den Verkauf von Skischuhen. In hochgelegenen österreichischen Wintersportorten sei die Schneelage gar nicht schlecht und die eigene Skiverleihplattform Intersport Rent, an die viele Händler angeschlossen sind, sei 2015 um gut ein Zehntel gewachsen, sagen die Manager. Absolute Zahlen zum Verleih gibt es nicht, aber wer sich Ski leiht, reist zumindest mit eigenen Schuhen an und die verkaufen sich speziell im hochpreisigen Segment gut, was die Lage der Händler etwas entspannt. Dennoch ist es mangels Schnee ungemütlich geworden. Der Konkurrenzverband Sport 2000 hat für seine Händler nun die Zahlungsziele um drei Monate verlängert, damit die sich das Bestellen von Sommerware noch leisten können. Pleiten drohen dem Vernehmen nach zwar keine. Aber geramscht wird munter, weil die für das Weihnachtsgeschäft bestellte Ware vielfach noch im Regal liegt, bedauert Schnell.

Vorfreude auf Fußball-EM

Wer die Zeichen der Zeit erkannt hat, ist im Winter auf Skateboards und Fahrräder umgeschwenkt. Das Segment hat 2015 Umsatzzuwächse von 16 Prozent gefeiert, was auch auf das Weihnachtsgeschäft zurückzuführen ist, betonte Schnell. Für Entspannung sorgt zudem ein anhaltender Boom des Fitness-und Gesundheitsmarkts sowie die Vorfreude auf die Fußball-EM und die Olympischen Spiele in diesem Jahr. Von der EM in Frankreich will Intersport als Premiumpartner des Fußballverbands Uefa besonders profitieren und peilt für 2016 insgesamt drei Prozent mehr Umsatz an. Uefa-Sponsor sei Intersport aber nicht, betonte Roether. Sein Bemühen, sich von den Fußball-Verbänden mit ihren skandalumwitterten Funktionären abzugrenzen, war offensichtlich.

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