+
Bedienung auf Abruf.

„Arbeit auf Abruf“

FDP sieht Biergärten in Gefahr

  • schließen

Die FDP-Fraktion beantragt eine Lockerung der Arbeitszeitregelungen für Gastronomie-Beschäftigte.

Die FDP will etwas für die „Biergartenkultur“ in Deutschland tun – mit einer Lockerung der Arbeitszeitregelungen für Gastronomie-Beschäftigte. Das geht aus einem Antrag der FDP-Bundestagsfraktion, der nach der Sommerpause im Parlament beraten werden soll. „Wir wollen die Gängelung der Gastronomen im Teilzeit- und Befristungsgesetz beenden“, sagte der FDP-Arbeitsmarktpolitiker Jens Beeck. „Niemand soll wegen bürokratischer und unflexibler Regelungen vor verschlossenen Biergärten stehen.“

Mit dem Antrag „Biergartenkultur erhalten – Arbeit auf Abruf für Gastronomen und Beschäftigte erleichtern“ wollen die Liberalen eine zu Jahresbeginn in Kraft getretene Verschärfung der Vorschriften im Teilzeit- und Befristungsgesetz zurückdrehen. Für die sogenannte „Arbeit auf Abruf“ gilt aktuell eine Arbeitszeit von 20 statt bislang zehn Stunden als vereinbart, wenn die wöchentliche Arbeitszeit nicht ausdrücklich festgelegt ist. Bei 9,19 Euro Mindestlohn pro Stunde könne dies zu Problemen führen. „Minijobber und deren Arbeitgeber laufen somit Gefahr, schnell die 450 Euro-Grenze zu übertreten, obwohl ausdrücklich nur eine geringfügige Beschäftigung auf beiden Seiten gewünscht ist“, heißt es im FDP-Antrag.

Die Liberalen fordern eine Anhebung der Grenze für geringfügige Beschäftigung auf 551,40 Euro monatlich – das 60-fache des Mindestlohns. Ferner wollen die Liberalen Sonderregelungen für die Gastronomie durchsetzen. Die Ankündigungsfrist für „Arbeit auf Abruf“ soll von vier auf zwei Tage verkürzt werden. Zudem fordern die Freien Demokraten, zehn Stunden als Wochenarbeitszeit für Beschäftigte festzulegen, mit denen es keine anderen Vereinbarungen zur Arbeitszeit gibt.

FDP-Politiker Pascal Kober wirbt für den Reformvorschlag. „Alle freuen sich über steigende Löhne in den letzten Jahren, nur die Minijobber gehen dabei leer aus. Denn die Hinzuverdienstgrenze bleibt starr“, so Kober. „Es wäre tragisch, wenn wir uns unsere Art zu genießen durch falsch verstandenen Arbeitnehmerschutz selbst nehmen würden.“

Das könnte Sie auch interessieren