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Doch ein Sieger: Donald Trump, hier bei einer Wahlkampfveranstaltung in Tennessee.

Handelsabkommen USA und Kanada

Sieg für Trump

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Das verhasste Nafta-Abkommen ist weg, Trump hat im Streit mit seinen Nachbarn seinen Willen bekommen. Für die internationale Gemeinschaft hat das einen bitteren Beigeschmack. Unser Kommentar.

Und der Gewinner ist:  Donald Trump. Der US-Präsident hat im Streit mit seinen Nachbarn seinen Willen bekommen. Zwar konnte er sich in den Handelsauseinandersetzungen mit Kanada und Mexiko nicht in allen Punkten durchsetzen, wie man das bei Verhandlungen übrigens nie kann, aber er hat genug eingeheimst, um damit bei seinen Wählern zu punkten. Gerade rechtzeitig, um in den im November anstehenden sogenannten Midterm-Elections, bei denen das Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt werden, zusätzliche Argumente in die Waagschale werfen zu können.

Das bei Trump und seinen Wählern so verhasste Nafta-Abkommen ist weg, zumindest dem Namen nach. Zwar bleiben die wesentlichen Nafta-Regelungen bestehen, doch der Name des Abkommens wird geändert. Damit lässt sich prima Politik machen. Der Kernklientel des US-Präsidenten, dazu gehören die Landbevölkerung und die weißen Arbeiter, dürfte auch gefallen, dass es für US-Autobauer künftig weniger attraktiv ist, Arbeitsplätze in den günstigeren Süden, nach Mexiko, zu verlagern. Außerdem erhalten die Bauern besseren Zugang zu Kanadas Agrarmarkt.

Wenn es für Trump in den kommenden Wochen darum geht, seine Macht zu sichern und zu verhindern, dass er durch einen Triumph der Demokraten zur lahmen Ente mutiert, werden diese Aspekte von zentraler Bedeutung sein.

Für die internationale Gemeinschaft, die sich mit Trump überwiegend schwer tut, hat die Einigung deshalb einen bitteren Beigeschmack. Zwar ist es einerseits ein Erfolg, dass ein wesentlicher Brandherd der internationalen Handelspolitik nun abkühlt und damit eine Gefahr für die globale Konjunktur beseitigt wird. Überdies beweist der Deal, dass die US-Regierung nicht nur destruktiv agiert, sondern auch bereit ist, zu neuen Vereinbarungen zu kommen. Doch zugleich stärkt das neue Abkommen – so es denn tatsächlich unterzeichnet wird – Trump. Und damit droht allen Widersachern des US-Präsidenten, dass sie noch längere Zeit mit ihm und seinen unkonventionellen Methoden leben müssen.

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