Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wertgegenstände gehören in ein Schließfach.
+
Wertgegenstände gehören in ein Schließfach.

Bank

Sicher verwahrt

  • VonSebastian Wolff
    schließen

Die FR erklärt, worauf man achten sollte, wenn man seine Wertsachen bei der Bank deponiert.

Die Zahl der Einbrüche in Deutschland steigt seit Jahren. Fast 170 000 Wohnungseinbrüche gab es laut Kriminalstatistik im Jahr 2015 – fast zehn Prozent mehr als 2014. Das bedeutet: Im Schnitt wird alle drei Minuten irgendwo in Deutschland eingebrochen. Und im Winter sind besonders viele Einbrecher aktiv, weil sie dann leichter im Schutz der Dunkelheit Wohnungen leer räumen können.

Viele Menschen sind deshalb verunsichert und entscheiden sich, ihre Wertsachen an einem sicheren Ort außerhalb ihres Hauses zu deponieren. Edelmetalle, Schmuck, Erbstücke oder unersetzbare Dokumente lassen sich in einem Schließfach bei der Bank sicher und bequem aufbewahren. Den Inhalt eines Schließfachs kennt nur der Kunde.

Es ist daher kein Wunder, dass Schließfächer bei den Bürgern immer begehrter werden. In einigen Filialen mancher Geldinstitute ist die Nachfrage mittlerweile so hoch, dass sie Kunden abweisen müssen, weil alle Schließfächer ausgebucht sind. Dort können sich Neukunden nur auf eine Warteliste setzen lassen.

Meist ist eine Kontoeröffnung nötig: Wartelisten gibt es derzeit zum Beispiel bei der Commerzbank in Berlin. „Wir verzeichnen in unseren rund 60 Filialen eine anhaltende Nachfrage nach Schließfächern“, sagt Commerzbank-Sprecher Mathias Paulokat. Wer aber bereit ist, auf eine andere Filiale auszuweichen, wird in der Regel noch fündig. Voraussetzung bei der Commerzbank ist allerdings, dass der Kunde ein Girokonto eröffnet, von dem die Miete für das Schließfach eingezogen wird. Nicht jedes Kreditinstitut handhabt das so. Einige Geldhäuser sind auch dazu bereit, die Miete für das Schließfach von einem Konto bei einer anderen Bank einzuziehen.

Die Kosten: Die Höhe der Miete für ein Schließfach richtet sich nach der Größe. Bei der Commerzbank kosten die kleinsten Fächer bundesweit 89 Euro im Jahr inklusive Mehrwertsteuer und Versicherung. Ihr Volumen beträgt 8 000 Kubikzentimeter – ein dicker DINA4 Umschlag hat darin locker Platz. Diese Größe reicht also, wenn zum Beispiel Goldmünzen sicher verwahrt werden sollen. Ein Ein-Kilo-Silberbarren würde in dieses Schließfach aber nicht hineinpassen. Dafür würde etwas größeres benötigt. Das haben die Banken auch im Angebot. Die größten Schließfächer bei der Commerzbank haben ein Volumen von über 50 000 Kubikzentimetern und kosten 449 Euro.

Bei den meisten anderen Geldhäusern sind die Schließfächer etwas billiger, dafür ist dort in der Regel keine Versicherung im Preis enthalten – so wie zum Beispiel bei der Deutschen Bank. Dort liegen die Preise für die Schließfächer (die dort Schrankfächer heißen) in der oben genannten Größenordnung zwischen 59,50 und 273,70 Euro pro Jahr. Einige Deutsche-Bank-Filialen haben sogar noch wesentlich größere Schrankfächer, die dann auch entsprechend mehr kosten. Für die größten Schrankfächer mit mehr als 144 000 Kubikzentimetern Volumen beträgt die jährliche Miete 476 Euro.

Versicherung empfehlenswert: Absolute Sicherheit indes gibt es auch bei Schließfächern nicht. Denn obwohl sie gut gesichert sind, kommt es vor, dass Einbrecher in die Tresorräume von Banken eindringen und Schließfächer knacken. Für diesen Fall empfiehlt es sich, eine sogenannte Tresorinhaltsversicherung abzuschließen. Solche Policen sind für wenige Dutzend Euro zu haben. Achten sollten die Kunden aber darauf, welcher Schaden von der Versicherung maximal abgedeckt wird. In der Regel umfasst der Versicherungsschutz Feuer, Einbruchdiebstahl, Vandalismus, Raub, Wasserschäden und auch Elementarschäden wie zum Beispiel Überschwemmungen, innere Unruhen oder Streiks.

Bei der Commerzbank haftet die in der Schließfachmiete enthaltene Versicherung nur bis zu einem Schaden von 26 000 Euro. Zudem sind Bargeld sowie Elementarschäden wie Erdbeben oder Überschwemmungen hier nicht abgesichert. Um diese Risiken abzudecken, hat der Kunde die Möglichkeit, eine Zusatzversicherung abzuschließen. Auch Bargeld kann auf Wunsch des Kunden versichert werden – doch ist der Nachweis, dass es im Schließfach enthalten war, im Schadensfall schwierig zu erbringen.

Kommt es tatsächlich zu einem Versicherungsfall, sollte der Kunde vorgesorgt haben: „Zu Dokumentationszwecken sollte er eine Inventarliste anlegen, so gibt es auch keine unnötigen Streitereien in Versicherungs- oder Erbfällen“, rät Commerzbank-Sprecher Paulokat.

Zugang zum Schließfach: Bei den meisten Banken können die Kunden lediglich während der Filial-Öffnungszeiten zu ihrem persönlichen Schließfach gelangen. Denn der Kunde wird bei jedem Besuch von einem Bankmitarbeiter in den Tresorraum begleitet. Die Schließfächer haben in der Regel zwei Schlösser: Für eines davon hat nur die Bank einen Schlüssel, für das andere nur der Kunde. Jedes Schließfach lässt sich aus Sicherheitsgründen nur öffnen, wenn beide Schlösser aufgeschlossen werden. So wird sichergestellt, dass weder der Kunde noch der Bankmitarbeiter jeweils alleine an das Schließfach herankommen.

Es gibt aber auch Geldinstitute, bei denen der Zugang zum Schließfach rund um die Uhr möglich ist. Insbesondere bei Volks- und Raiffeisenbanken ist diese Art der Schließfächer stark verbreitet. Hier legitimiert sich der Kunde nicht nur mit seinem Schließfachschlüssel, sondern auch mit einer Geheimzahl (PIN). Allerdings dürfte es nicht jedermanns Sache sein, ohne Begleitung eines Mitarbeiters den Tresorraum einer Bank zu betreten.

Zudem kann es hier passieren, dass Unbefugte Zugang zum Schließfach erhalten, wenn sie – auf welche Weise auch immer – in den Besitz des Schlüssels und der Geheimnummer gelangen. Das müssen nicht unbedingt Einbrecher sein. Viel naheliegender ist es, dass Familienmitglieder – zum Beispiel die Ehefrau, der Sohn oder die Schwiegermutter – dadurch in den Besitz von Wertsachen oder Dokumenten gelangen können, von deren Existenz sie eigentlich gar nichts erfahren sollten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare