Regel 10

Wer sich zu alt vorkommt, ist es

Kaum ein Klischee wird so hingebungsvoll gepflegt wie das Vorurteil, ab einem bestimmten Alter "keine Chance mehr" zu haben. Gefestigt wird diese

Kaum ein Klischee wird so hingebungsvoll gepflegt wie das Vorurteil, ab einem bestimmten Alter "keine Chance mehr" zu haben. Gefestigt wird diese "Erkenntnis" durch entsprechende Altersrahmen in Stellenanzeigen und Reaktionen einzelner Personalberater auf bestimmte Altersgruppen. Die Angst, ohne Alternative am Arbeitsmarkt zu sein, führt zu einem zunehmend opportunistischen Verhalten im Unternehmen.

Leider ist Anpassungsfähigkeit und Opportunismus auch in der betrieblichen Praxis durchaus zweierlei - während das Erstere von Lebensweisheit zeugen kann, ist das Zweite höchstens ein Zeichen von Schwäche. Schwäche aber löst Verdrängung aus. Tatsächlich ist das Alter oft ein Synonym für ganz andere Themen. "Zu teuer" (siehe 7. Regel), "zu sesshaft" (siehe 5. Regel), "nicht auf dem neuesten Stand" des Wissens und Könnens (siehe u. a. 4. Regel) - solche Denkschemata werden über das Alter ausgedrückt. Und gelegentlich auch bestätigt. Wer schon von sich aus persönliche Begrenzungen mit dem Alter erklärt, wer gar erkennen lässt, dass er über die "letzten Jahre" vor der Rente nachdenkt oder meint, ohne die neueste Software auszukommen, braucht sich nicht zu wundern, entsprechend eingeordnet zu werden.

Und gerne verdrängt und doch ein zentraler Punkt: wer mit 50 schon aussieht wie mit 60, bei wem unvernünftige Ernährung, Rauchen und Alkohol sichtbare Spuren zeigen, wer übergewichtig und/oder unbeweglich wirkt, der sendet eine Botschaft aus: Die, es nicht mehr (lang) zu packen.

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