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Hollywood-Stars wie Brie Larson sollen bereits für Apple vor der Kamera stehen.

Streamingdienst

Showtime für Apple

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Apple soll bereits zwei Milliarden Dollar in eigene Video-Inhalte gesteckt haben. An diesem Montag wird der neue Streamingdienst präsentiert. 

Wie immer kommt Apple etwas spät, und wie immer will der Konzern aber mit einem perfektionierten Angebot in ein neues Geschäftsfeld einsteigen. Diesmal geht es um ein Streamingportal für Filme und Serien. Schon vor Wochen machten Einladungen die Runde für eine Veranstaltung am Konzernsitz im kalifornischen Cupertino. Sie ist für diesen Montag geplant und steht unter dem Motto „It’s showtime“. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge werden unter anderem die Hollywood-Promis Jennifer Aniston und Reese Witherspoon sowie renommierte Regisseure wie J. J. Abrams dabei sein.

Film-Streaming erlebt seit gut zwei Jahren weltweit gigantische Zuwächse. Es hat in Millionen von Haushalten das traditionelle lineare Fernsehen weitgehend ersetzt. Marktführer sind Netflix und Amazon Prime. Beide haben vor allem mit aufwendigen Eigenproduktionen sehr schnell eine große Zahl von Abonnenten gewonnen. Mit „Roma“ von Netflix hat in diesem Jahr erstmals ein Streifen aus der Streamingwelt gleich mehrere Oscars gewonnen.

Apple will nun das neue Fernsehen mit seinem sogenannten Ökosystem zusammenbringen, also mit den 1,4 Milliarden Computern, Tablets und Smartphones, die weltweit im Einsatz sind und den dafür maßgeschneiderten Programmen und Diensten. Und dies soll dann auf eine höchst lukrative Weise geschehen. Branchenkenner gehen davon aus, dass der Konzern seine Distributionsplattform für bewegte Bilder ausbaut. Das würde darauf hinauslaufen, dass Streamingdienste diverser Anbieter wie HBO oder Showtime in den USA über eine App in einem Paket preiswert verkauft werden – etwa für zehn Dollar im Monat. Die Einnahmen würden wie bereits bei anderen Angeboten mit den Lieferanten der Inhalte geteilt.

Hinzu kommen sollen exklusive Filme und Serien, die für Nutzer von Apple-Geräten kostenlos sein sollen – als zusätzlicher Anreiz, die App mit dem Abo zu bestellen. Angeblich sollen zunächst einmal etwa zwei Milliarden Dollar in Eigenproduktionen investiert werden, um mehr als zwei Dutzend Serien zu drehen. Die Oscar-Preisträgerin Brie Larson steht laut „Variety“ und „Hollywood Reporter“ bereits für Apple vor der Kamera. Sie soll die Hauptdarstellerin einer Serie über das Leben einer CIA-Undercover-Agentin sein. Außerdem fungiert die 29-Jährige, wie mittlerweile vielfach üblich bei solchen Projekten, wohl auch als Produzentin.

Amazon agiert mit seinem Fire TV-Stick, seinen Channels auf der Prime-Video-Plattform und seinen Eigenproduktionen bereits mit einer ähnlichen Strategie. Dort können Nutzer auch das Angebot von Netflix abrufen. Bei Apple will der Branchenprimus nicht mitmachen. Hauptgrund: Netflix ist offenbar nicht bereit, die relativ hohen Umsatzanteile, die Apple beansprucht, zu bezahlen. Hinzu kommt, dass das Unternehmen nicht die Kontrolle über seine Inhalte und die Nutzerdaten abgeben will. Letztere sind enorm wichtig, denn deren Analyse ist die Basis für die Entwicklung neuer Formate.

Das Ziel von Apple-Chef Tim Cook dürfte sein, mit dem neuen Geschäftsmodell schnell Marktanteile im rasant wachsenden Streaming-Sektor zu sichern. In einem zweiten Schritt könnten auch Eigenproduktionen ausgebaut werden.

Das Zwei-Milliarden-Budget ist im Vergleich zu Netflix bescheiden. Dort wird jährlich gut das Vierfache in neue Inhalte investiert. Allerdings hat das Unternehmen aus Cupertino mehrere Hundert Milliarden Dollar auf der hohen Kante, könnte also Netflix problemlos in den Schatten stellen.

Das neue Angebot soll zugleich Nutzer an die Hardware und die darauf abgestimmte Software des Unternehmens binden. Dadurch entsteht ein Lock-in-Effekt, der es schwer macht für Nutzer, den Anbieter zu wechseln. Er war einer der maßgeblichen Faktoren für das gigantische Wachstum von Apple in den vergangenen Jahren. Die Praktiken von Apple sorgen aber zunehmend für Ärger. Der Musikstreamingdienst Spotify hat sich bei der EU-Kommission über die hohen Umsatzanteile von bis zu 30 Prozent beschwert, die dafür gezahlt werden, dass das Angebot auf Plattformen des Konzerns vertrieben wird. Die Zahlungen stärken den Giganten und damit auch seinen eigenen Dienst Apple Music, der mit Spotify konkurriert.

Gleichwohl plant der Computerkonzern, dieses Prinzip auch auf einen News-Service auszudehnen. Er soll ebenfalls am Montag vorgestellt werden. Der Finanzdienst Bloomberg berichtet, es gebe bereits Vereinbarungen mit rund 200 Magazinen und Zeitungen in den USA. Auf deren Inhalte sollen Nutzer Zugriff bekommen, wenn sie ein Abo buchen, das ebenfalls um die zehn Dollar pro Monat kosten könnte.

Apple war bei allen wichtigen und erfolgreichen Neuerungen nie ganz vorne dran, das gilt sowohl für den iPod und das iPhone als auch für Apple Music. Konzernchef Tim Cook will mit den neuen Angeboten vom iPhone unabhängiger werden. Es steht derzeit noch für fast zwei Drittel der Umsätze. Doch der Absatz geht spürbar zurück.

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