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Verschmutzter Fluss im Gebiet Ogoniland, Nigeria. Wegen der zerstörten Natur verlieren viele Landwirte und Fischer ihren Broterwerb.
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Verschmutzter Fluss im Gebiet Ogoniland, Nigeria. Wegen der zerstörten Natur verlieren viele Landwirte und Fischer ihren Broterwerb.

Nigeria

Shell muss für Schäden in Afrika haften

  • Peter Riesbeck
    VonPeter Riesbeck
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Ein Gericht in Den Haag verurteilt den britisch-niederländischen Ölkonzern Shell zu Schadenersatzzahlungen für Umweltverschmutzungen in Nigeria. Damit muss erstmals ein europäischer Großkonzern für Nachlässigkeiten eines Tochterbetriebs in einem Entwicklungsland haften.

Ein Gericht in Den Haag verurteilt den britisch-niederländischen Ölkonzern Shell zu Schadenersatzzahlungen für Umweltverschmutzungen in Nigeria. Damit muss erstmals ein europäischer Großkonzern für Nachlässigkeiten eines Tochterbetriebs in einem Entwicklungsland haften.

Von einem „bahnbrechenden Urteil“, sprach Evert Hassink von der Umweltgruppe Friends of the Earth. „Das ist ein Präzedenzfall. Europäische Großkonzerne können sich künftig bei Umweltschäden nicht einfach scheinheilig zurückziehen“, sagte Hassink am Mittwoch der Frankfurter Rundschau.

Friends of the Earth hatte die Klage von nigerianischen Bauern beziehungsweise Fischern gegen den niederländischen Shell-Konzern in Den Haag unterstützt. In vier Fällen wies Richter Henk Wien die Klage ab. Dort war es in den Jahren 2004 und 2005 nahe den Dörfern Oruma und Goi im Niger-Delta nach der Sabotage an Ölleitungen zu Umweltverschmutzungen gekommen. Shell Petroleum Development Company, der Tochter des Ölmultis in Nigeria, sei es nicht zuzumuten, Sabotagen an den Anlagen auszuschließen.

Minimaler Schutz

Im Fall von Fischer Friday Alfred Akpan urteilte Richter Henk Wien jedoch anders. 47 Mal war es rund um sein Dorf Skot Ada Udo in den Jahren 2006 und 2007 zu Ölleckagen bei Shell gekommen. „Der Fisch starb, ich kam kaum durch und hatte Mühe, das Schulgeld für meine Kinder zu zahlen“, sagte er dem Gericht im vergangenen Oktober.

Richter Wien sprach Akpan nun Schadenersatz zu, weil die Ölleitungen nur minimal gesichert gewesen seien. Die Ventile hätten sich einfach mit einer Zange öffnen lassen. Die nigerianische Shell-Tochter habe dies wissen müssen, urteilte Wien.

Shell deutete am Dienstag an, es wolle sich mit Akpan außergerichtlich einigen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Drei Monate haben die Beteiligten Zeit, um Revision einzulegen. Friends of Europa will im Fall der abgewiesenen Klagen in jedem Fall in Holland in Berufung gehen.

Umweltschützer hingerichtet

Shell steht wegen seiner Geschäfte in Nigeria schon länger in der Kritik. So hatte ein nigerianisches Gericht das Unternehmen 2006 zu 1,5 Milliarden Euro Schadenersatz für Umweltschäden im Niger-Delta verurteilt.

Im Jahr 1995 hatte der nigerianische Staat trotz internationaler Proteste neun Menschenrechtsaktivisten im Niger-Delta hingerichtet, darunter den Schriftsteller Ken Saro Wiwa. Die Witwe eines der Opfer klagt derzeit vor einem US-Gericht gegen Shell, mit den anderen Hinterbliebenen hatte das Unternehmen einen Vergleich erzielt.

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