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Sensibilisierung für Konsum

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Von: Frank-Thomas Wenzel

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Am Black Friday kommt es zu tumultartigen Szenen.
Am Black Friday kommt es zu tumultartigen Szenen. © REUTERS

Der Black Friday ist der höchste Feiertag des Schnäppchenjägers: Auf der Suche nach dem vermeintlich besten Schnäppchens spielen sich tumultartige Szenen in amerikanischen Einkaufszentren ab. Als Gegenprotest gibt es den Kauf-Nix-Tag, um für übertriebenen Konsumismus zu sensibilisieren. Doch leider bleibt er fast unbeachtet.

Heute ist der Kauf-Nix-Tag. Schade, dass die Kampagne, die dahinter steckt, hierzulande weitgehend im Sande verlaufen ist. Der Kauf-Nix-Tag wurde erfunden, um Verbraucher dazu zu bringen, einen Tag lang überhaupt nichts zu kaufen. Damit lässt sich die Welt nicht verändern. Aber: Allein schon der Versuch, den Konsum nur für einen Tag so weit wie möglich zurück zu fahren, kann eine enorm lehrreich sein – als eine Kurzzeit-Therapie zur Sensibilisierung in puncto Konsum. Das ist dringend nötig, denn der Konsumismus hat erschreckende Formen angenommen – wobei die schlimmsten Auswüchse anderswo zu beobachten waren: Gestern war Black Friday, mit teils tumultartigen Szenen in Einkaufszentren in den USA und in Großbritannien. Das ist der höchste Feiertag des Schnäppchenjägers. Die Szenen zeigen, wie Shopping zum puren Selbstzweck umgekippt ist. Es wird gekauft, weil’s vermeintlich billig ist, nicht weil ein Mantel, ein Hemd oder ein Fernseher benötigt werden. Die Logik der Einzelhändler geht auf: Die Kampagnen für den Black Friday im stationären Handel und dessen Online-Variante Cyber Monday haben Nachfrage erzeugt. Eine gute Sache eigentlich. Kurbelt es doch die Wirtschaft an. Die Schattenseite ist aber, dass ein großer Teil der Produkte, die es am Black Friday zu kaufen gab, unter menschenverachtenden und ausbeuterischen Bedingungen in Asien und anderswo hergestellt wurden. Noch einmal: Schade, dass die Kauf-Nix-Kampagne eingeschlafen ist.

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