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Die grüne Marke: Schwälbchen-Chef Günter Berz-List mit den Produkten der Molkerei.
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Die grüne Marke: Schwälbchen-Chef Günter Berz-List mit den Produkten der Molkerei.

Unternehmen in Hessen

Schwierige Zeit für Schwälbchen

  • VonJohanna Greuter
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Die hessische Molkerei Schwälbchen steigert 2017 ihren Umsatz deutlich, der Gewinn geht jedoch zurück.

Vor 80 Jahren gründete Jakob Berz die Schwälbchen Molkerei in Bad Schwalbach im Taunus mit gerade einmal 15 Mitarbeitern. Acht Jahrzehnte später beschäftigt die Firma knapp 400 Personen an drei Standorten und ist weit über die Region hinaus mit den Milchprodukten in den grünen Verpackungen bekannt.

Die Schwälbchen-Gruppe – bestehend aus der Molkerei und dem Frischedienst, der Großverbraucher mit Lebensmitteln beliefert – erzielte im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 179,4 Millionen Euro, 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Für Vorstand Günter Berz-List lief das Molkereigeschäft „bedingt akzeptabel“, sagte er im Gespräch mit der FR. Das läge vor allem an den hohen Butterpreisen, die für alle Produzenten von Frischmilchprodukten von Nachteil gewesen seien, weil sie den Einkauf verteuert hätten.

Außerdem habe sich die schlechte Witterung im vergangenen April negativ ausgewirkt. Der Verkauf vieler Frischeprodukte, wie der Kaffee-Milchmixgetränke Caffreddo oder des türkischen Joghurtgetränks Ayran, stagnierte wegen des regnerischen und kalten Frühjahrs.

Fokus auf Regionalität

„Beim Frischedienst lief es im vergangenen Geschäftsjahr operativ besser“, erzählte Berz-List. In diesem Geschäftsbereich konnte ein Jahresüberschuss von 2,59 Millionen Euro erzielt werden. Da die anderen Geschäfte defizitär waren, lag der Jahresüberschuss der Schwälbchen-Gruppe insgesamt mit 1,54 Millionen Euro knapp unter dem Gewinn von 2016. Auf der heutigen Hauptversammlung werden Vorstand und Aufsichtsrat den Anteilseignern eine Dividende in Höhe von 60 Cent je Aktie vorschlagen – genau wie im Jahr zuvor. „Wir verfolgen eine kontinuierliche Dividendenpolitik“, so Berz-List.

Schwälbchen setzt auf regionale Vermarktung: Die Molkerei bezieht ihre Milch von knapp 300 Betrieben, von denen 95 Prozent aus Hessen und die übrigen fünf Prozent aus dem Umland kommen. Regionalität ist Berz-List besonders wichtig. „Das ist bei uns keine Marketingstrategie.“ Regionalität findet er auch wichtiger als Bio, denn Produkte aus der Region seien für die Verbraucher glaubwürdiger als Bio.

Die Produkte von Schwälbchen werden vorwiegend regional vertrieben. Doch einzelne regionale Spezialitäten, wie der Spundekäs oder der hessische Schmand, laufen auch in Supermärkten „über die Landesgrenzen hinaus“. Einige Produkte vertreibt Schwälbchen auch bundesweit – wie das Kaffeegetränk Caffreddo oder die Körfez-Linie mit türkischen Spezialitäten.

Neu hinzugekommen ist im vergangenen Jahr das Milchgetränk Salep, eine türkische Spezialität, die normalerweise in der kalten Jahreszeit und warm getrunken wird. Berz-List war erstaunt, wie gut die Supermärkte das neue Produkt aufgenommen haben: „Der Artikel wurde sensationell schnell in den Supermärkten gelistet.“ Der Verkauf im ersten Halbjahr sei denn auch zufriedenstellend gelaufen, doch bleibe es ein Nischenprodukt.

Seit Jahresbeginn 2017 besitzt Schwälbchen das Zertifikat „ohne Gentechnik“. Da habe sich das Unternehmen jedoch für etwas zertifizieren lassen, was sowieso schon Standard war, meinte Berz-List. Die Reaktionen der Konsumenten seien deshalb „sehr neutral ausgefallen“. Wichtiger ist Berz-List, dass sein Unternehmen dieses Jahr wieder alle Qualitätssicherungs-Zertifikate erhalten hat, da die Qualität für Mittelstandsunternehmen wichtiger sei als Wachstum.

2018 werde ein besonderes Jahr für Schwälbchen, erzählte Berz-List. Die Molkerei feiert ihr 8o-jähriges und der Frischedienst sein 40-jähriges Jubiläum. Außerdem ist Schwälbchen bei der Landesgartenschau vertreten, die dieses Jahr in Bad Schwalbach stattfindet.

Die Investitionen betreffend, „wird 2018 ein Meilenstein“. Für vier Millionen Euro sollen die Kühllager energieeffizienter und das Trockenlager ausgebaut werden. Der Ausbau der Lager sei die Voraussetzung, um in Zukunft die Produktpalette erweitern zu können.

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